Aktuelles/September 2018

Nordhorn

Weil jeder Mensch ein Zuhause braucht

Sonnenschein-Preis-Verleihung 2018 in NordhornDie Ehrenamtlichen der Geben-und-Nehmen-Box aus Nordhorn.Franziska Kückmann

"Jeder Mensch braucht ein Zuhause" lautet das Motto der diesjährigen Caritas-Kampagne und des Sonnenschein-Preises. 10.000 Euro stellt die Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück jedes Jahr für den Preis zur Verfügung, um freiwilliges Engagement zu würdigen und zu fördern. In diesem Jahr wurden ehrenamtlich engagierte Gruppen und Einzelpersonen ausgezeichnet, die den Begriff "Zuhause" mit Leben füllen und auf ganz unterschiedliche Weise erfahrbar machen, was es heißt, sich zu Hause zu fühlen.

Preisträger aus dem Bistum

Bei der feierlichen Verleihung im Nino-Hochbau in Nordhorn erhielten fünf Projekte und zwei Einzelpersonen aus dem Bistum Osnabrück den Sonnen-schein-Preis für ihr Engagement. Weihbischof Johannes Wübbe, Vorsitzender des Stiftungsrates der Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück, überreichte die Auszeichnungen.

Sonnenschein-Preis-Verleihung 2018 in NordhornDiakon Dr. Gerrit Schulte (Stiftungsrat), Ludger Abeln (Moderator), Nina Müller (ConnAct global) und Weihbischof Johannes Wübbe. Franziska Kückmann

Je 2000 Euro gingen an die Geben-und-Nehmen-Box aus Nordhorn, den Ambu-lanten Hospizdienst aus Wittmund (Ostfriesland), das Team der Obdachlosenun-terkunft aus Glandorf im Landkreis Osnabrück sowie an die Projekte Elrond e.V. und ConnAct global aus Osnabrück. Rosi Linkert und Brigitte Juth wurden für ihr Engagement in der Basargruppe der Kirchgemeinde Maria Königin in Lingen jeweils mit einem Präsentkorb geehrt.

2000 Euro Preisgeld

Die Geben-und-Nehmen-Box neben der Nordhorner St. Augustinus-Kirche ist ein Angebot der Kolpingsfamilie und lädt zum Tauschen von Alltagsgegenständen, Kleidung, Spielsachen oder Deko-Artikeln ein. Die Engagierten im Ambulanten Hospizdienst im ostfriesischen Wittmund ermöglichen es Menschen, auf Wunsch die letzte Phase ihres Lebens begleitet zu Hause zu verbringen. Im Team der Obdachlosenunterkunft in Glandorf betreuen 16 Ehrenamtliche die Übernach-tungsstelle für umherziehende Wohnungslose. Der Verein Elrond aus Osnabrück gibt ehemals Drogenabhängigen ein neues Zuhause, eine Arbeit und damit eine Perspektive. Die Verantwortlichen für ConnAct global arbeiten an einer digitalen Plattform, um auf der ganzen Welt Reisende mit Einheimischen in sozialen, ökologischen oder kulturellen Projekten zusammenzubringen. Alle fünf Projekte freuten sich über einen Scheck in Höhe von 2000 Euro.

Ehrung für Engagierte

Mit jeweils einem Präsentkorb ehrte die Jury Rosi Linkert und Brigitte Juth. Die beiden Frauen leiten seit mehr als 30 Jahren die Basargruppe der Kirchenge-meinde Maria Königin in Lingen. Hier treffen sich regelmäßig rund 30 Frauen zwischen 30 und 87 Jahren - nicht nur, um sich Tipps zum Nähen, Basteln und Handarbeiten abzuholen, sondern auch zum Austausch über Freud und Leid.

Sonnenschein-Preis-Verleihung 2018 in NordhornLudger Abeln und Weihbischof Johannes Wübbe, Vorsitzender des Stiftungsrates der Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück, sprechen über den Wert ehrenamtlichen Engagements.Franziska Kückmann

Weihbischof Johannes Wübbe betonte: "Es hat den Stiftungsrat der Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück sehr beeindruckt, wie viele tolle ehrenamtliche Projekte in diesem Jahr für den Sonnenschein-Preis vorgeschlagen wurden. Sie alle setzen sich auf vielfältige Weise dafür ein, dass Menschen ein Gefühl von ,Zuhause‘ erfahren." Zugleich machte er deutlich: "Als Kirche sind wir gefordert uns einzumischen und uns auch in der politischen Diskussion dafür einzusetzen, dass die Rahmenbedingungen stimmen und günstiger, bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann."

Der Sonnenschein-Preis

Der Preis für ehrenamtliches Engagement wird von der Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück ausgelobt und ist nach Carl Sonnenschein benannt. Der katholische Priester wirkte unter anderem in Berlin als Sozialreformer. Ein wichtiges Anliegen Sonnenscheins war die Förderung sozialen Engagements eines jeden Katholiken. Die Auszeichnung ist mit insge-samt 10.000 Euro dotiert und wurde in diesem Jahr zum zwölften Mal verliehen.

Alle Preisträger 2018:

2000 Euro

Geben-und-Nehmen-Box, Nordhorn: Die Geben-und-Nehmen-Box der Kol-pingsfamilie Nordhorn neben der St. Augustinus-Kirche wird täglich von Mitglie-dern der Kolpingsfamilie betreut, indem sie sie tagsüber kontrollieren und morgens und abends abschließen. Viele Menschen nutzen die Box als Plattform für ein "Geben und Nehmen", etwa von gut erhaltenen Alltagsgegenständen, Kleidung, Spielsachen oder Deko-Artikeln. Das Projekt wirkt nach Ansicht der Jury damit vorbildlich einer Wegwerf-Mentalität entgegen und setzt im öffentlichen Raum ein wirksames Zeichen für eine solidarische, teilende Gesellschaft.

Ambulanter Hospizdienst, Wittmund: Der Verein, der seit 1997 besteht, macht es möglich, dass Menschen auf Wunsch ihre letzte Lebensphase zu Hause verbringen können. 50 geschulte Ehrenamtliche engagieren sich dafür derzeit im Hospizdienst. Sie übernehmen die Begleitung von sterbenden und trauernden Menschen, egal ob daheim, in Altenpflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus. Die ehrenamtlichen Familienbegleiter betreuen Familien mit schwersterkrankten Kindern und Jugendlichen oder einem erkrankten Elternteil.

Team der Obdachlosenunterkunft, Glandorf: Seit dem Jahr 2000 gibt es die Obdachlosenunterkunft der Kirchengemeinde St. Johannis in Glandorf. Das Angebot wird von 16 Ehrenamtlichen betreut, die sich wöchentlich mit der Be-treuung abwechseln, für saubere Wäsche sorgen und ein offenes Ohr für die Anliegen der Gäste haben. Das Team wünscht sich, dass im Osnabrücker Südkreis eine weitere Unterkunft zustande kommt, und ist bereit, dabei Starthilfe aus dem eigenen Erfahrungsschatz anzubieten.

Elrond e.V., Osnabrück: Der Verein Elrond gibt ehemals Drogenabhängigen ein neues Zuhause, eine Arbeit und damit eine Perspektive. Der Osnabrücker Selbsthilfeverein, der seit 25 Jahren besteht, bietet nicht nur Wohnmöglichkeiten für die Teilnehmenden, sondern einen auch einen Job im vereinseigenen Um-zugsunternehmen. In der Gemeinschaft lernen die Betroffenen, suchtmittelfrei zu leben und den Alltag neu zu strukturieren. Begleitet werden sie dabei von früher selbst Suchtkranken, die sich mithilfe von Elrond ein neues Leben aufgebaut haben.

ConnAct global, Osnabrück: Das Projekt ConnAct global wurde von den beiden Osnabrücker Studentinnen Nina Müller und Marlene Eimterbäumer ins Leben gerufen. Sie verfolgen die Idee, mithilfe einer digitalen Plattform auf der ganzen Welt Reisende mit Einheimischen in sozialen, ökologischen oder kulturellen Projekten zusammenzubringen. Unter dem Motto "Für die Nähe in der Ferne" geben sie Menschen die Chance, ihr Zuhause und die Lebensrealität ihrer Heimat für andere erfahrbar zu machen. Dafür greift ConnAct global unter anderem auf das Netzwerk der Kirchen zurück.

Präsentkörbe

Rosi Linkert und Brigitte Juth, Lingen: Die beiden Geehrten leiten seit mehr als 30 Jahren die Basargruppe der Kirchengemeinde Maria Königin in Lingen. Hier treffen sich regelmäßig rund 30 Frauen zwischen 30 und 87 Jahren - nicht nur, um sich Tipps zum Nähen, Basteln und Handarbeiten abzuholen, sondern auch zum Austausch über Freud und Leid. Die beiden Geehrten setzen sich nach Ansicht der Jury vorbildlich dafür ein, unter den Frauen generationenübergreifend das Gefühl der Verbundenheit zu stärken und Geborgenheit zu stiften.