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Stand: 08.02.2018

Aktuelles/Februar 2018

Werlte

Erben und Vererben: Viele haben kein gültiges Testament

Werlte In lockerer Atmosphäre wurde im Krone Trailer Forum in Werlte über das Erben und Vererben gesprochen. Das Foto zeigt (von links) Astrid Bruns, Moderator Ludger Abeln, Josef Moß, Klaus Hamacher und Timo Brunsmann. Foto: Jürgen Eden/Caritasverband Emsland

121 Gäste kamen am Mittwochabend auf Einladung der Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück ins Krone Trailer Forum. Im Rahmen einer Talkrunde mit  mehreren Experten und dem Moderator Ludger Abeln wurde das Thema " Vorsorgen und Vererben" fokussiert. Zahlreiche Fragen konnten beantwortet werden. 

"Nur ein Viertel aller Deutschen hat ein gültiges Testament verfasst", sagte Klaus Hamacher, Fachanwalt für Erbrecht und Notar aus Meppen. Dabei würden in den nächsten Jahren nach Schätzung von Experten über 2100 Milliarden Euro vererbt werden. Er riet dazu, sich frühzeitig zu überlegen, wer nach dem Tod berücksichtigt werden soll. Zwar würden manche Testamente immer noch aufgrund von Formfehlern nicht akzeptiert. Dennoch müsse nicht immer ein Notar beauftragt werden. 
Die Diplom-Sozialarbeiterin Astrid Bruns vom Sozialdienst katholischer Frauen und Männer Meppen (SKFM) ging unter anderem auf die unbedingt erforderliche Vorsorgevollmacht ein. Diese sei wichtig, um einer richterlich angeordneten Betreuung im Fall eines schweren Unfalls oder einer Erkrankung zuvorzukommen. Denn im Fall einer Geschäfts- oder Einwilligungsunfähigkeit  müsse eine gesetzliche Vertretung sichergestellt werden. Mit einer Vorsorgevollmacht könne eine Vertrauensperson im Sinne des Erkrankten entscheiden und handeln.

WerlteFachanwalt Klaus Hamacher (r.) riet, sich rechtzeitig mit dem eigenen Nachlass zu beschäftigen. Moderator Ludger Abeln (l.) führte durch den Abend.Foto: Jürgen Eden/Caritasverband Emsland

Deutlich wurde im Laufe des Abends auch, dass Stiftungen im Rahmen von Erbschaften eine immer größere Rolle spielen. "Stiftungen sind inzwischen in aller Munde und können sinnvoll sein, weil im Sinne des Erblassers über den Tod hinaus Gutes bewirkt werden kann", sagte der Diplom-Theologe Timo Brunsmann. Er ist Stiftungsberater bei der Darlehenskasse Münster. Es müsse nicht immer unbedingt eine eigene Stiftung sein, denn auch Spenden an eine Stiftung seien eine sinnvolle Möglichkeit. 

Die Motive für eine Stiftung oder Spende sind nach Worten von Marcus Drees, Geschäftsführer des Caritas-Stiftungsfonds Arche Emsland, unterschiedlich. "Bei vielen ist es eine tiefempfundene  Dankbarkeit für ein gutes, ausgeglichenes und erfolgreiches Leben. Viele  Stifter möchten aber auch, dass ihr Geld einfach in der Region bleibt und sinnvoll eingesetzt wird", so  Drees. Als Beispiel nannte er den Caritasstiftungsfonds "Hilfe für Menschen in Werlte", der Teil der Arche Emsland ist. 
"Wir helfen damit schnell und unbürokratisch Familien und Einzelpersonen, die in Not geraten sind. Das kann jeden treffen", machte Drees deutlich. Mit dem Projekt "Frühe Hilfen" erhalten nach seinen Worten junge Eltern Unterstützung, die zeitweise überfordert sind. Im Rahmen der Flüchtlingshilfe konnte mit geringen finanziellen Mitteln eine ehrenamtlich geführte Nähwerkstatt eröffnet werden. 
Die Anzahl der Fragen am Ende der Talkrunde machte deutlich, wie hoch das Informationsbedürfnis ist. Viele Teilnehmende interessierten sich für mögliche Freibeträge bei der Erbschaftssteuer. Aber auch die gesetzliche Erbfolge wurde hinterfragt. Insbesondere bei Partnerschaften ohne Trauschein kann jemand im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge unter Umständen leer ausgehen. Außerdem wollte ein Zuhörer wissen, wann man ein Erbe ausschlagen sollte und welche Fristen dabei zu beachten sind.