Sucht betrifft uns alle - Hilfe auch
Gespräch am Aktionsstand der Caritas in Osnabrück (v.l.n.r.): Karin Heinrich (Leiterin des Fachbereiches Soziales der Stadt Osnabrück), Maren Wilmes (Geschäftsführerin Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Osnabrück), Marina Wawilkin (Leiterin der Caritas-Fachambulanz), Heike Pape (Sozialvorständin Stadt Osnabrück) und Günter Sandfort, Geschäftsführer der Caritas Reha und Teilhabe Gesellschaft.
Zum sechsten Mal fand jetzt der bundesweite Aktionstag Suchtberatung statt. Die Fachambulanzen der Caritas im Bistum Osnabrück nutzen den Tag, um auf ihre unverzichtbare Arbeit aufmerksam zu machen.
Unter dem Motto "Sucht betrifft uns alle - Hilfe auch" informiert auch die Fachambulanz der Osnabrücker Caritas über Bedeutung und Wirkung professioneller Suchtberatung.
"Mit dem Aktionstag wollen wir Betroffene und Angehörige sowie die Öffentlichkeit und die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung über die wertvolle Arbeit der Beratungsstellen informieren. Denn Abhängigkeit ist kein Randthema, da rund 10 Millionen Menschen in Deutschland von einer substanzbezogenen Störung oder von einem Suchtverhalten betroffen sind", erklärt Günter Sandfort, Geschäftsführer der Caritas Reha und Teilhabe Gesellschaft.
Auch Marina Wawilkin, Leiterin der Caritas-Fachambulanz, betont die Relevanz der Angebote: "Unsere Fachambulanz ist für viele Menschen eine unverzichtbare Hilfe." Die Caritas bietet in Stadt und Landkreis Osnabrück Beratung an verschiedenen Standorten an - unter anderem in Osnabrück, Melle, Bad Essen, Bersenbrück und Fürstenau. "Unsere Beratung und Behandlung trägt entscheidend dazu bei, die Lebenssituation der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu verbessern. Außerdem stehen sie für die Suchtprävention, also für Maßnahmen, die darauf abzielen, die Entstehung von Abhängigkeiten von psychoaktiven Substanzen und verhindern, zu verzögern oder zu senken", führt Wawilkin aus.
Von der Bedeutung dieser Arbeit konnten sich auch Sozialvorständin Heike Pape und Karin Heinrich, Leiterin des Fachbereiches Soziales der Stadt Osnabrück, im persönlichen Gespräch am Aktionsstand des Caritasverbandes in der Johannisstraße überzeugen.
In dem Gespräch erläuterten Sandfort und Wawilkin aktuelle Entwicklungen in der Szene: Zunehmend werde Crack und Fentanyl konsumiert; diese Substanzen bergen erhebliche Gesundheitsgefahren. Oft geht der Konsum mit einer rapiden und dramatischen Verschlechterung der sozialen Situation Betroffener einher. Umso dringlicher sind verstärkte Anstrengungen, der bekannten Unterversorgung suchtkranker Menschen entgegenzuwirken. Denn bei einer Reduzierung von Beratung und Therapie drohe eine Verfestigung und ein Anwachsen der Probleme auf individueller und gesellschaftlicher Ebene.
Die gute Nachricht sei, dass Suchtberatung wirkt. "Laut einer wissenschaftlichen Studie spart jeder in die Suchtberatung investierte Euro der Gesellschaft 17 Euro an Folgekosten. Deshalb sind wir der Stadt und dem Landkreis Osnabrück sehr dankbar, dass sie unsere Arbeit trotz angespannter Haushaltslage weiterhin unterstützen", betonen Wawilkin und Sandfort abschließend.