Pressemitteilung

Osnabrück

Caritaskampagne „Sozial braucht digital“ stellt sich dem Digitalen Wandel

Sozial braucht digitalDer digitale Wandel verändert auch die sozialen Helfer. Projektleiter Moritz Exner, Caritasdirektor Franz Loth und der Caritasratsvorsitzende Diakon Dr. Gerrit Schulte (v.lks.) stellen die Caritaskampagne „Sozial braucht digital“ vor. Caritas/Knillmann

 Diakon Dr. Gerrit Schulte, der Vorsitzende des Caritasrates im Bistum Osnabrück, erläutert, was es damit auf sich hat: "Digitale Teilhabe ist die zentrale Voraussetzung für soziale Teilhabe. Diese Tatsache machen wir zum Mittelpunkt unserer Kampagne."
Caritasdirektor Franz Loth ergänzt: "Der digitale Wandel wird zu Recht mit der Industriellen Revolution verglichen. Die Veränderungen durchdringen unser gesamtes Leben."
Moritz Exner, der beim Caritasverband für die Diözese Osnabrück das Projekt "Digitale Strategie" leitet, betont: "Auch für uns hat der digitale Wandel eine enorme Bedeutung." Ein Beispiel ist der Einsatz digitaler Technik in der ambulanten Pflege. "Wir schaffen Strukturen, um zum Beispiel mit dem Tablet direkt beim Patienten alles so zu dokumentieren, wie von den Pflegekassen gefordert. Kurze Teambesprechungen finden nicht mehr in der Zentrale statt, sondern werden per Videokonferenz organisiert. Das sorgt gerade im ländlichen Raum für Zeitersparnis, die wir in die Arbeit am Menschen investieren können", weiß Exner.

Umfangreiche Erfahrung mit Online-Beratung
Die Caritas hat bereits seit vielen Jahren Erfahrungen mit online-Beratungsangeboten. Dies soll in den nächsten Monaten ausgebaut werden. Schulte dazu: "Wer sich daran gewöhnt hat, vom Sofa aus Schuhe, Bücher oder Kleidung zu bestellen, der will soziale Beratungsangebote genauso bequem in Anspruch nehmen. Das ist eine große Herausforderung, der sich die deutsche Caritas aktuell stellt. Hier können wir auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen."

Veränderte Arbeitswelt
Die drei Caritasvertreter sehen auch die gesellschaftliche Dimension des digitalen Wandels. So wird sich zum Beispiel die Arbeitswelt zunehmend verändern. "Viele Arbeitnehmer stehen vor ganz neuen Anforderungen. Sie müssen sich auf die Zusammenarbeit mit Maschinen oder Computerprogrammen einlassen. Manche Tätigkeiten werden verschwinden, andere werden sich grundlegend verändern", erwartet Caritasdirektor Loth. "Ich gehe davon aus, dass wir auch Verlierer haben werden, die diesen neuen Anforderungen nicht gerecht werden. Wie können wir sie unterstützen, wie müssen Bildungsangebote aussehen, wie muss vielleicht auch unser Bild von Arbeit verändert werden?"

Strategischer Prozess
Der Osnabrücker Caritasverband stellt sich diesen Herausforderungen seit kurzem mit einem strategischen Prozess.
Projektleiter ist Moritz Exner: "Wir werden in den nächsten Monaten systematisch die vielen Handlungsfelder identifizieren, in denen wir unsere Arbeit weiterentwickeln oder ganz neu ausrichten müssen. Egal, ob es um den Einsatz von neuen Computerprogrammen, um Fortbildungsangebote oder um Dienstleistungsportale geht - die Herausforderungen sind enorm." Exner weiter: "Die ethische Bewertung spielt für uns als Wohlfahrtsverband eine bedeutende Rolle. Wollen wir alles tun, was man tun kann? Wie soll unsere Gesellschaft in Zukunft aussehen?
Dass sich die Wohlfahrtspflege mit diesen Fragen auseinandersetzt, ist für viele ungewohnt. Franz Loth nimmt das auch im Kontakt mit Politikern war: "Der Politik ist völlig klar, dass Deutschland nur zukunftsfähig ist, wenn es den digitalen Wandel nutzt. Dafür stehen der Wirtschaft gewaltige Fördermittel zur Verfügung. Dass auch der Sozialbereich Unterstützung für die Entwicklung neuer Angebote braucht, ist vielen Verantwortlichen gar nicht bewusst." Auch deshalb ist das Motto der Caritaskampagne topaktuell: "Sozial braucht digital".