Aktuelles/März 2018

Lingen

Vielfältig, bunt, lebendig

Kita Fachtag Lingen„Und wie macht ihr das?“: Kita-Leitungen, pädagogische Mitarbeitende und Trägervertreter nutzten den Fachtag zum Austausch über die Kita-Arbeit.Franziska Kückmann

Immer vielfältigere Themen, größere Einrichtungen, veränderte Trägerstrukturen: Kindertageseinrichtungen geben auf diese gewachsenen Anforderungen ganz unterschiedliche Antworten, um Kindern und Familien gerecht zu werden. Beim Fachtag "Vielfältig - bunt - lebendig: Kitas im Bistum Osnabrück" im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen haben Kita-Leitungen, pädagogische Mitarbeitende und Trägervertreter die Möglichkeit genutzt, sich auszutauschen, voneinander zu lernen und miteinander weiterzudenken. Mehr als 300 Teilnehmende aus 224 Einrichtungen aus dem ganzen Bistum folgten der Einladung des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück zu dieser Veranstaltung.

"Wir sind begeistert von der vielfältigen, lebendigen und bunten Fachpraxis sowie dem hohen Niveau, auf dem die katholischen Kitas im Bistum Osnabrück ihren Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag umsetzen", betonte Günter Sandfort, stv. Caritasdirektor. Beispielhaft dafür präsentierten 22 Kitas aus dem Bistum sich und ihre Arbeit auf dem Fachtag. Sie gaben einen Einblick in ihre gelebte alltägliche Arbeit wie in ihre Einrichtungshandbücher, die sie im Rahmen des Qualitätsmanagements (QM) einzigartig gestaltet haben. "Auf diese Weise zeigen sie, wie gelungen sie die inhaltlichen und strukturellen Instrumente, die ihnen das QM-Bistumsrahmenhandbuch für die Qualitätssicherung und -entwicklung zur Verfügung stellt, in der Praxis umsetzen", erläuterte Monika Kleine-Kuhlmann, Leiterin des Fachbereichs Tageseinrichtungen für Kinder beim Caritasverband für die Diözese Osnabrück.

Kita Fachtag LingenDas Angebot an den Kita-Ständen war bunt und vielfältig.Franziska Kückmann

Generalvikar Theo Paul hob hervor: "Es ist uns ein wichtiges Anliegen, mit unseren Kitas im Bistum ein hochwertiges Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot für Kinder vorzuhalten. Ein professionelles Qualitätsmanagement ist dafür unverzichtbar." Er verlieh 26 Einrichtungen im Rahmen des Fachtags die Auszeichnung des Bistums Osnabrück "Haus für Kinder und Familien". Damit tragen nun bistumsweit 102 Einrichtungen dieses bistumsinterne Qualitätssiegel, das unter anderem darauf hinweist, dass es in den Häusern erweiterte Betreuungsangebote, aber auch beson-dere Angebote zur Begleitung, Begegnung, Beratung und Bildung für Eltern und Familien gibt.

Neben individuellen Antworten nahm der Fachtag auch die strukturellen Bedingungen für eine qualitätsorientierte Kita-Arbeit in den Blick. Matthias Ritter-Engel, Referent für Erziehung und Bildung beim AWO Bundesver-band e.V., referierte per Videokonferenz über die Notwendigkeit eines Bundesqualitätsgesetzes für Kitas. Zwei Fachforen boten weiteren inhaltlichen Input: Um Qualität durch zufriedene Mitarbeitende ging es im Workshop mit dem Psychologen Robert Coordes; Magdalena Wilmanns vom Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK-Bundesverband) stellte vor, wie Kitas die Qualität ihrer Arbeit durch das KTK-Gütesiegel oder den KTK-Qualitätsbrief sichtbar nach außen dokumentieren können.

Zum Hintergrund: Im Bistum Osnabrück gibt es in katholischer Träger-schaft 224 Tageseinrichtungen für Kinder, in denen sich mehr als 4.000 Mitarbeitende um ca. 20.000 Kinder kümmern. Die Qualitätsstandards und Anforderungen für alle Arbeitsbereiche der Kitas sind im Bistumsrahmen-handbuch festgeschrieben, das das Bistum Osnabrück und der Caritasver-band für die Diözese Osnabrück gemeinsam mit mehreren Kitas im Rahmen eines Modellprojektes entwickelt haben. Die hier festgelegten Kriterien orientieren sich an gesetzlichen Grundlagen, Bistumsvorgaben sowie dem KTK-Gütesiegel des KTK-Bundesverbandes (KTK=Katholische Tageseinrichtungen für Kinder). Alle Bistums-Kitas werden dabei begleitet, die Vorgaben des Bistumsrahmenhandbuchs für ihre jeweiligen Gegebenheiten anzupassen. Jede katholische Kindertagesstätte hat einen klaren Fahrplan, wie sie die gesetzlichen Vorgaben, die eigenen Leitbilder und die fachlichen Ansprüche so umsetzten kann, wie es ihrem Profil vor Ort entspricht.