Kurzseminar Frauenrechte/Frauenrollen in Deutschland

In dem 5. Kurzseminar ging es zunächst um die rechtliche Gleichstellung von Frauen, die im Sommer 1900 damit begann, dass Frauen studieren durften und zwar in den Städten Freiburg und Heidelberg. Der Allgemeine Deutsche Frauenverein, darunter die Mitbegründerin Louise Otto-Peters, hatte bereits ab 1865 bessere Bildungschancen für Mädchen gefordert. Seit Mai 1908 durften Frauen dann in Vereine eintreten und auch das Abitur machen. Der erste Frauentag in Deutschland fand am 19.03.1911 statt. Der 8. März wird als neues Datum für den Frauentag im Jahr 1914 festgelegt. Herr Ambachew Addisu Anjulo zeigte weitere Daten zum Wahlrecht für Frauen, erste Polizistinnen, Bremer Frauenausschuss, formale Gleichstellung von Männern und Frauen, Inkrafttreten des Gleichberechtigungsgesetzes, Erwerb des Führerscheins ohne Erlaubnis des Ehemannes, Einführung der Antibabypille, eigene Kontoführung, Arbeiten ohne Erlaubnis des Ehemannes, gleicher Lohn für alle, Frauenquote in der Partei, Erlaubnis zur Nachtarbeit, Beibehaltung des eigenen Namens bei Eheschließung, Lockerung des Abtreibungsgesetzes und Vergewaltigung in der Ehe. Ferner, dass im November 2005 zum ersten Mal eine Frau zur Kanzlerin gewählt wird. Es folgten Erklärungen zur seit Januar 2013 bestehenden Hashtag #-Bewegung.
Ein kurzer Filmbeitrag zum Thema Gewalt gegenüber Frauen mit Angabe der entsprechenden Notruf-Nummer rundete das Thema ab.
Ein internationaler Imbiss sorgte nicht nur für das leibliche Wohl, sondern bot der überschaubaren Teilnehmerrunde Gelegenheit, das Vorgetragene zu besprechen.
Weiter ging es mit einem ersten Rollenspiel. Die Geschichte einer 21jährigen aus dem Sudan stammenden Frau und ihrem 23jährigen deutschen Freund lag allen Teilnehmer*innen in deutscher und amharischer Schrift vor. Nachdem sich alle intensiv damit auseinandergesetzt hatten, wurden die jeweiligen Meinungen vorgetragen. Dabei wurde deutlich, dass es kaum Unterschiede in den Ansichten gab.
Kleine Abweichungen, aber auch Gemeinsamkeiten gab es allerdings bei der nächsten Übung, in der es darum ging, welche Körperstellen bei Frauen berührt und welche nicht berührt werden dürfen.
Das Fragespiel "Leistungen von Frauen und Männern" bereitete den Teilnehmer*innen viel Spaß.
Als Rückmeldung in der Reflexionsrunde war zu erfahren, dass das Thema verstanden und für wichtig empfunden wurde.
Ein herzliches DANKESCHÖN an den Referenten Ambachew Addisu Anjulo sowie allen organisatorischen Helfer*innen und finanzierenden Stellen.
Rita Westerheide/ ehrenamtliche Mitarbeiterin