Kurzseminar: Familie und Werte in Deutschland

Auf die Frage: "Was ist Ihnen wichtig?" antworten die meisten Menschen "meine Werte und meine Familie". Dahinter steckt unsere kulturelle Prägung, aber auch der persönliche Erfahrungshintergrund in unserer Herkunftsfamilie. Die eigene kulturelle Prägung ist uns nur selten wirklich bewusst. Noch weniger wissen wir über Werte, Symbole und Rituale anderer Menschen - egal, aus welcher Kultur. Genau hier wird es spannend. Welche Werte sind uns wichtig? Warum ist es wichtig zwischen den eigenen und anderen Werten zu vermitteln? Warum lohn sich ein Perspektivwechsel? Noch mehr Fragen und einige Antworten bietet das Kurzseminar von Dagmar Teuber-Montico. Inhalt: Was ist eigentlich Kultur? Wie denken Andere über Deutsche? Gibt es interkulturelle Werte? Was sagt uns das Eisbergmodell "Kultur und Familie"? Kann ich einfach mal die Perspektivbrille wechseln? Austausch mit Bildmaterial, praktischen Übungen und Diskussion.
Dieser Einladung waren 17 Teilnehmer*innen gefolgt und wurden durch die Leiterin des Mehrgenerationenhauses, Felicitas Sondermann, Therese Aniol und Dagmar Teuber-Montico herzlich begrüßt.
Zu Beginn wurden z. B. folgende Fragen gestellt: Wer ist Frühaufsteher, wer spricht mehr als zwei Sprachen, wie viele Geschwister gibt es, wer lebt heute noch an seinem Geburtsort, wer ist Vegetarier, wer ist Linkshänder usw.. Sodann stellten sich alle Teilnehmer*innen mit ihrem jeweiligen Vornamen und dessen Bedeutung vor. Dies wurde interessiert verfolgt, zumal dadurch schon einiges über die jeweiligen Personen zu erfahren war und die Runde aufgelockert wurde.
Was ist Kultur? Sie wird geteilt, weitergegeben und existiert auf verschiedenen Ebenen. Auch ist sie einem ständigen Wachsen und Wandel ausgesetzt. Wie lässt sich Kultur verstehen? Bestimmte Regelungen sind von vornherein getroffen, so z. B. du sollst nicht stehlen.
Alter, Geschlecht und Hautfarbe sind nicht veränderbar. Familienstand, Elternstand, Sprache, Bildung lassen sich verändern. Unser Denken ist aus praktikablen Gründen häufig schematisiert. Aus unhinterfragten Verallgemeinerungen und unreflektierten Stereotypen speist sich das Schubladendenken. Bis zur Pause mit Häppchen nach syrischer, eritreischer und atrophischer Art bekamen alle Teilnehmer*innen Gelegenheit anhand von unterschiedlichen Bildern Dinge im Verborgenen zu entdecken. Manchmal nicht so einfach. Doch durch Veränderung der eigenen Blickrichtung gelang es dann nach einer Weile.
Nach der Pause ging es zunächst weiter mit einem Ratespiel, in dem verschiedene Dinge jeweils vier unterschiedlichen Ländern zuzuordnen waren, weiter.
"Wer bist Du?" bot Gelegenheit, Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herauszufinden.
Anhand einer Studie wusste Dagmar Teuber-Montico zu berichten, dass die Werte in der Erziehung nicht sehr voneinander abweichen, die Erziehungsziele ähnlich, jedoch anders gewichtet sind.
Am Schluss des Impulsvortrages wurde das "Eisbergmodell" vorgestellt. Deutlich daran zu erkennen ist, dass "nur" die Spitze sichtbar ist. Alles andere liegt in der Tiefe, was heißen will: Gefühle, Wahrnehmung und Wille sind unsichtbar.
In der Abschlussrunde wurde deutlich, wie interessant und wichtig ein solches Zusammentreffen ist. Sicherlich wird der/die ein/e oder andere Teilnehmer*innen hiernach seinen Blick zumindest anfangs gelegentlich verändern wollen. Alle Teilnehmer*innen gaben gut gelaunt positive Rückmeldungen und bedankten sich ganz herzlich bei der Referentin, allen organisatorischen Helfer*innen und dem Land Niedersachsen für die Finanzierung des Kurzseminars.
Rita Westerheide/ ehrenamtliche Mitarbeiterin