Studenten verbinden Theorie und Praxis in der Wohnungslosenhilfe
Wie gestalten sich Zugang und Abläufe in den Hilfeangeboten der ambulanten und stationären Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe? Wie gestaltet sich die Lebenssituation wohnungsloser Menschen? Welche rechtlichen Voraussetzungen und Hilfeangebote bestehen? Und an welchen Stellen lassen sich qualitative Verbesserungen vor Ort erreichen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Praxisseminars "Wohnungslosenhilfe" an dem 14 Studierende des Studiengangs "Soziale Arbeit" an der Hochschule Osnabrück teilgenommen haben. In Kooperation mit der Zentralen Beratungsstelle Niedersachsen (ZBS) und dem Caritasverband für die Diözese Osnabrück wurde das Praxisseminar bereits zum vierten Mal angeboten. Das Ziel: Studierende lernen das Arbeitsfeld kennen und erarbeiten Ansätze, mit denen das Qualitätsmanagement in der Wohnungslosenhilfe verbessert werden kann. Bei der Abschlussveranstaltung im Carl-Sonnenschein-Haus der Caritas präsentierten und diskutierten die Studierenden ihre Ergebnisse mit Mitarbeitern der Caritas und der ZBS.
Alltag vor Ort erfahren

Ansatz für die Ausarbeitung ihrer Vorschläge war ein zuvor absolviertes Praktikum in den verschiedenen ZBS-Einrichtungen im gesamten Bistum Osnabrück. Drei Monate haben die Studierenden in Beratungsstellen und stationären Einrichtungen bei der Beratung von Wohnungslosen hospitiert. "Für uns sind die Ideen und Vorschläge der Studierenden eine große Bereicherung. Es entsteht eine klassische win-win-Situation, aus der alle Beteiligten einen Nutzen ziehen", sagt Christian Jäger, Zentrale Beratungsstelle Niedersachsen.
Eine bebilderte Hausordnung für die Übernachtungsstelle soll zum Beispiel leicht und für jedermann schnell verständlich machen, was es zu beachten gilt. Ein Flyer gibt eine Übersicht über die Angeboten der Wohnungslosenhilfe, andere Studierende haben die Bewohner und Bewohnerinnen einer stationären Einrichtungen nach Zufriedenheit und Verbesserungsvorschlägen befragt.
Zentrales Problem bleibt
Im Zentrum aller Vorschläge stand aber schnell immer wieder das Hauptproblem in der Wohnungslosenhilfe: der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Um auch in diesem Punkt über den Tellerrand zu schauen, referierten zuvor Franziska Kathe, Holzbau Kathe, und Dietmar Fangmann, Migrationsberatung Vechta, zum Thema "Sozialer Wohnungsbau und Wohlfahrtspflege - ein Praxisbeispiel aus der Flüchtlingsarbeit". Dabei zeigten sie anschaulich wie eng Wohnungsbau und Flüchtlingshilfe der Caritas zusammenarbeiten, um optimale Bedingungen für die Unterbringung von Flüchtlingen zu schaffen. Ein Beispiel, dass auch für die Wohnungslosenhilfe denkbar wäre.