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Stand: 13.09.2018

Aktuelles /September 2018

Osnabrück

Wenn der Fahrgast seinen Namen vergisst

TaxifahrerschulungDie Schulung der drei Pflege-Studentinnen zum Thema Demenz kam bei den Taxifahrern gut an. Foto: Bildungszentrum St. Hildegard

Was tun, wenn der Fahrgast plötzlich nicht mehr weiß, wer er ist und wohin er eigentlich möchte? Der Umgang mit Demenzerkrankten stand im Fokus einer Schulung für Fahrer des Osnabrücker Taxiunternehmens Andrick, die drei Studentinnen im Rahmen ihres dualen Studiengangs Pflege am Bildungszentrum St. Hildegard in Osnabrück angeboten haben. "Taxifahrer haben häufig mit Menschen mit Demenz zu tun, weil sie sie zum Beispiel zur Tagespflege und zurück fahren", erklärte Carolin Grätz, eine der drei Bachelor-Studentinnen. "Wir möchten die Kursteilnehmenden deshalb für den Umgang mit Demenzerkrankten sensibilisieren."

Die Studentinnen entwickelten ein Schulungskonzept und erstellten verschiedene Plakate und andere Materialien dazu, welche Symptome die Erkrankung hat und wie sich Betroffene deshalb möglicherweise verhalten. "Es war uns wichtig, für einen wertschätzenden und respektvollen Umgang mit Demenzerkrankten zu werben", betonte die Pflege-Studentin Nadia Henkel. Für den Unterricht hatten die drei jungen Frauen im Vorfeld zudem Filmsequenzen von typischen herausfordernden Situationen gedreht, die Taxifahrer bei der Beförderung von Menschen mit Demenz häufig erleben.

Austausch über Erfahrungen

Gemeinsam erarbeiteten die Kursteilnehmer, wie sie sich in solchen Fällen am besten verhalten, und tauschten sich untereinander über persönliche Erfahrungen aus. Ein Handout mit Tipps und Tricks für den Berufsalltag - etwa "Zeige Geduld und Gelassenheit" oder "Lass dich nicht auf Diskussionen ein" - rundete das Angebot ab. Den Kontakt zum Taxiunternehmen hatte die Tagespflege Voxtrup der St. Elisabeth Pflege GmbH Osnabrück vermittelt.

"Für uns ist diese Schulung ein kleiner Beitrag, um Verständnis und Hilfsbereitschaft für Demenzkranke in der Bevölkerung zu fördern", so die Studentin Isabel Schulze. Da aufgrund der demografischen Entwicklung immer mehr Menschen an demenziellen Veränderungen leiden, könnten solche Schulungen auch für andere Berufsgruppen, etwa Bankangestellte, hilfreich sein. Die drei Studentinnen haben jedenfalls die Chance, in ihrer weiteren beruflichen Laufbahn nach dem Studium auf die Erfahrungen aus diesem Kursangebot zurückzugreifen.