Bistum Osnabrück, 15. Juni 2012. Im Fußball sind Deutsche und Niederländer in diesen Tagen Rivalen. In der Suchthilfe halten sie zusammen. Ehemalige Alkohol- und Drogenabhängige aus beiden Ländern waren gemeinsam auf dem Ijsselmeer segeln – bei der 7. Interkulturellen Begegnung der Suchthilfe des Caritasverbands für die Diözese Osnabrück und der niederländischen Suchtselbsthilfe Intact von Tactus Verslavingszorg. Gemeinsames Ziel: ein Austausch zwischen den niederländischen und den deutschen Teilnehmern. Die professionelle Suchthilfe und die Selbsthilfe sind in den beiden Ländern noch immer unterschiedlich.
Drogenabhängige Klienten des Caritasverbandes, Angehörige und Betroffene der Kreuzbundes e. V. aus Osnabrück, Lingen und Melle trafen sich auf einem „Plattbodenboot“ in Enkhuizen mit Suchtkranken aus der Suchtselbsthilfe Intact. Im Mittelpunkt stand für die Teilnehmer die Frage, wie sie auch ohne Drogen zufrieden leben können. Wie machen sie sich stark, wie gestalten sie ihr Leben, wie werden sie glücklich? Sie diskutierten intensiv und sprachen über die Möglichkeiten in den jeweiligen Ländern. Aufgrund eines durchgeführten EU-Projektes haben beide Institutionen voneinander lernen können: die Niederländer haben Selbsthilfegruppen ins Leben gerufen und geben damit den Abhängigen die Möglichkeit auch über einen Klinikaufenthalt hinaus an ihrer Abstinenz zu arbeiten. In Deutschland haben die Selbsthilfegruppen die Unterschiede in der Behandlung verschiedener Abhängigkeitserkrankungen abbauen können. Ein Erfolg auf beiden Seiten.
Die Teilnehmer des Segeltörns stellten sich den kräftigen Böen und genossen den Rückenwind. Das gemeinsame Segelhissen erlebten die ehemaligen Abhängigen als Brücke zu einem gelungenen Austausch und bereits am Ende der Reise wurden Adressen ausgetauscht und ein Nachtreffen vereinbart. Es war nicht wichtig, von welcher Droge sie abhängig waren, es war auch nicht mehr wichtig, aus welchem Land die Segler kamen. Die europäische Identität stand im Vordergrund und die gemeinsam erlebte Lebenslust und Lebensfreude ohne Drogen.
Der Segeltörn fand in diesem Jahr zum siebten Mal statt. Der Kontakt zwischen dem Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V. und Tactus Verslavingszorg ist weiterhin sehr rege. Organisiert wird die alljährliche Fahrt von zwei Suchttherapeutinnen – eine aus Deutschland, eine aus den Niederlanden.
Ihr Ansprechpartner für
weitere Informationen:
Christiane Westerveld, Betreutes Wohnen, Tel: 0541-3354519;
CWester-veld@caritas-os.de