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Stand: 23.04.2018

Aktuelles/Januar 2019

Osnabrück

„Container werden besser behandelt als Menschen“

Osnabrücker Caritasrats-Vorsitzender fordert sofortige Aufnahme der Mittelmeerflüchtlinge

Caritasratsvorsitzender Diakon Dr. Gerrit SchulteDer Caritasratsvorsitzende des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück e.V. Diakon Dr. Schulte fordert, dass das politische Tauziehen um die Mittelmeer-flüchtlinge sofort beendet wird.Caritas / Knillmann

"Das politische Tauziehen um einen Hafen für die Flüchtlinge, unter denen auch Frauen und Kinder sind, ist erbärmlich und men-schenverachtend," sagte der Caritasrats-Vorsitzende des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück e.V., Diakon Dr. Gerrit Schulte. Schulte weiter: "Bundes-innenminister Horst Seehofer kann durch ein einziges Wort der Situation ein Ende bereiten - er muss lediglich die Einreise erlauben."
Der Caritasratsvorsitzende fordert zudem die niedersächsische Landesregierung auf, gegenüber der Bundesregierung auf eine schnelle humanitäre Lösung zu drängen.

Aufnahme in Niedersachsen kein Problem

"Jeder einzelne der Container, der in der vergangenen Woche im Sturm vor der Nordseeküste über Bord gegangen ist, wird mit mehr Aufwand und besser behandelt als die Menschen, die im Mittelmeer gekentert sind," kritisiert Schulte. Für eine Aufnahme der Flüchtlinge bestehen ausreichende Möglichkeiten in Niedersachsen: Im Rahmen der Aktion "Seebrücke" haben sich mehrere nieder-sächsische Städte per Ratsbeschluss zu "sicheren" Häfen erklärt, darunter Braunschweig, Osnabrück und die Region Hannover.
Nach Berichten der Besatzungen wird die Situation an Bord der Rettungsschiffe immer instabiler. Einige Flüchtlinge seien mittlerweile seekrank und würden wegen Dehydrierung behandelt, da sie sich ständig übergeben müssen. Auf der "Sea-Watch 3" befinden sich 32 Flüchtlinge. An Bord der "Professor Albrecht Penck" harren seit mehr als einer Woche 17 Migranten aus. Die Schiffe dürfen mittlerweile zwar in Küstennähe in ruhigerem Wasser kreuzen, aber keinen Hafen anlaufen.

Auch Papst Franziskus fordert Aufnahme

Am Sonntag rief auch Papst Franziskus die europäischen Staaten zur Aufnahme der Menschen auf. "Ich sende einen dringlichen Appell an die europäischen Staats- und Regierungschefs, dass sie konkrete Solidarität gegenüber diesen Menschen zeigen", sagte Papst Franziskus. Malta, Italien und Spanien lehnen eine Aufnahme der Flüchtlinge ab. Deutschland und die Niederlande erklärten sich nur unter der Bedingung zur Aufnahme bereit, dass es eine gesamteuropäische Lösung gebe. Mehrere deutsche und italienische Städte äußerten ihre Bereitschaft, die Menschen an Bord der Schiffe aufzunehmen.