Beirut/Freiburg, 15. Juni 2026. Die Route war zuvor mit den zuständigen Behörden abgestimmt worden. Nach einem rund zehnstündigen Umweg erreichte der Konvoi schließlich das Dorf Debel südlich von Tyros.
"Es ist unerträglich, dass das Helfen lebensgefährlich ist. Und immer gefährlicher wird. Und das besonders dort, wo die Menschen Hilfe am dringlichsten benötigen", sagt Dr. Oliver Müller, Leiter von Caritas international. Humanitäre Helferinnen und Helfer müssten wirksam geschützt werden; zugleich müsse der Zugang zu Menschen in Not auch in umkämpften Gebieten gewährleistet bleiben.
Die Lage im Südlibanon steht exemplarisch für eine Zuspitzung der Lage für humanitäre Helferinnen und Helfer im Nahen Osten und weltweit: So war 2025 nach Angaben der Vereinten Nationen das tödlichste Jahr für humanitäre Helferinnen und Helfer seit Beginn der Daten-Erfassung. Weltweit wurden 383 humanitäre Helferinnen und Helfer getötet, 308 verletzt, 125 entführt und 45 festgenommen oder inhaftiert.
Die stetig steigenden Risiken der humanitären Hilfe gefährden die Versorgung der notleidenden Bevölkerung im Krisengebiet mit lebensnotwendigen Hilfsgütern massiv, da selbst abgestimmte Routen durch die volatile Sicherheitslage, wie beim Zwischenfall im Südlibanon, kurzfristig unpassierbar und dann zu einer tödlichen Falle werden.
Der Caritas-Konvoi war organisiert worden vom Apostolischen Nuntius im Libanon, Erzbischof Paolo Borgia. An dem Hilfseinsatz waren Caritas Libanon und weitere katholische Organisationen beteiligt. Der Konvoi umfasste 45 Lastwagen und Fahrzeuge mit Lebensmitteln, Obst, Gemüse, Wasser, Medikamenten und Treibstoff. Die Hilfe war für drei Dörfer bestimmt: Debel, Ain Ebel und Rmeich. Diese Orte sind durch die anhaltenden Kampfhandlungen weitgehend vom Rest des Landes abgeschnitten.
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