Osnabrück, 07.12.2006.
Das
„Carl-Sonnenschein-Haus“ am Osnabrücker Kalkhügel trägt seinen Namen nicht
wegen seiner leuchtenden Fassade. Der Namenspatron der neuen Geschäftsstelle
des Diözesan-Caritasverbandes war ein engagierter Sozialreformer
-
dass
das Caritas-Domizil nach ihm benannt ist, ist als Programm zu verstehen. Im
Carl-Sonnenschein-Haus sind seit knapp einem Monat die Abteilungen und
Geschäftsbereiche
des
Diözesan-Caritasverbandes „zu Hause“.
Bischof Franz-Josef Bode schloss den Umzug von der
Johannisstraße an den Kalkhügel nun mit einem Segnungsgottesdienst ab. Neben den
verschiedenen Geschäftsbereichen und Abteilungen des Caritasverbandes haben im
Carl-Sonnenschein-Haus auch ehemalige Patienten der Fachklinik Nettetal ihre
Heimat: In acht Appartements werden sie durch die Nachsorge der Fachklinik
betreut. Im Sommer des kommenden Jahres sollen ein weiteres Angebot in das
traditionsreiche Haus im Süden Osnabrücks einziehen: Ein Tagesangebot für
behinderte Senioren. Die unmittelbare Nachbarschaft des
Carl-Sonnenschein-Hauses zum Bennohaus, einer Einrichtung für Menschen mit
geistigen Behinderungen, soll genutzt werden, um dieses weitere wichtige
Angebot zu etablieren.
Renovierung und Umbau des gut dreißig Jahre alten Hauses
haben 1,8 Mio. Euro gekostet. Ein großer Teil dieser Summe hätte auch ohne den
Umzug zur Instandhaltung des Gebäudes investiert werden müssen. Da die
Geschäftsstelle an der Johannisstraße in den vergangenen Jahren zu eng geworden
war und das Carl-Sonnenschein-Haus zugleich teilweise leer stand, entschied der
Caritasverband sich für den Umbau und Umzug. Caritasdirektor Josef Heile legt
Wert darauf, dass nicht nur die Geschäftsstelle im neuen Domizil untergebracht
ist: „Mit der Nachsorge unserer Fachklinik Nettetal und der unmittelbaren
Nachbarschaft zum Bennohaus bietet das Carl-Sonnenschein-Haus denjenigen
Menschen eine Heimat, für die die Caritas antritt.“
Das Carl-Sonnenschein-Haus ist 1975 als eine Einrichtung für
allein erziehende Mütter errichtet worden. Später waren dort verschiedene
andere Hilfeangebote und Projekte untergebracht; zwischenzeitlich nutzte auch
die Kolping-Geschäftsstelle das Haus als Zwischenunterkunft. Das Haus ist nach
dem Priester Carl Sonnenschein (1876 – 1929) benannt, der zwischen 1901 und
1929 erst in Mönchengladbach, später in Berlin wirkte. Sonnenschein setzte sich
für eine soziale Erneuerung der Gesellschaft ein und sorgte in unermüdlicher
Weise für Notleidende in Berlin. Der Caritasverband für die Diözese Osnabrück
e.V. ist der katholische Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege. Er
vertritt mehr 600 soziale Einrichtungen und Dienste mit mehr als 15.000
Mitarbeitern.
Für Ratsuchende ändert sich durch den Umzug der
Caritas-Geschäftsstelle nichts. Die Beratungsdienste der Caritas sind weiterhin
in der Johannisstraße 91, gegenüber von St. Johann, erreichbar.