„Es gibt was zu Essen und zu trinken“, verrät die FED-Leiterin Carmen Maugg. Doch nicht die Selbstbedienung am kalt-warmen Buffet steht im Mittelpunkt. „Die Speisen und Getränke werden angereicht, wie es Menschen mit erhöhtem Hilfe- und Förderbedarf täglich erfahren“, so Maugg weiter. Denn im Rahmen der Aktion „Behinderung erfahren“ wir ein Parcours vier Stationen eingerichtet. Ausgangspunkt ist eine spezielle Kiste, in der sich verschiedene Spiele aber auch Hilfsmittel befinden, um diesen zeitlich begrenzten Rollentausch zu ermöglichen. Ein speziell entwickeltes Memory-Spiel mit dem man einen kleinen Einblick in die Gebärdensprache bei Gehörlosen erhält, ein Würfelspiel und Blindenstock für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sind nur einige der Angebote. Als Projektpartner beteiligen sich der Gehörlosenverein, der Blinden- und Sehbehindertenverband und das Kompetenzzentrum Kramer an der Aktion. „Das St. Lukas-Heim blickt in diesem Jahr auf das 50jährige Bestehen zurück. Sehr früh setzte unsere Einrichtung der Eingliederungshilfe neben den vielen stationären und teilstationären Angeboten schon auf ambulante Hilfen. Eine davon ist der Familienentlastende Dienst“, sagt Heinz-Bernhard Mäsker, Geschäftsführer vom St. Lukas-Heim. Der FED mit seinen 20 hauptamtlichen und rund 200 ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut nach seinen Worten heute über 800 Familien im nördlichen Emsland und südlichen Ostfriesland. Die Geschichte geht zurück in das Jahr 1992. Damals hatte der Arbeitskreis zur Förderung der Integration behinderter Menschen die Initiative zur Gründung des FED gegeben. Wesentliche Aufgabe ist es, pflegenden Angehörigen mit unterschiedlichen Hilfen Entlastungen zu bieten. Bereits nach einem Jahr nahmen bereits 21 Familien die ambulanten Leistungen in Anspruch. Das Portfolio ist sehr vielfältig und reicht von Einzel- und Gruppenangeboten, der Organisation von Betreuung- und Pflegeleistungen während der Abwesenheit von Angehörigen bis hin zu mehrtägigen Auslandsreisen. Im Jahr 2006 wurde in Leer eine Zweigstelle eröffnet, da verstärkt Anfragen aus dem ostfriesischen Raum zu verzeichnen waren. Neuestes Angebot ist die inklusive Freizeitgestaltung in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern, wie beispielsweise der Volkshochschule, Jugendzentrum, den Kirchengemeinden oder dem Fachdienst „Jugend und Soziales“ bei der Stadt Papenburg. So werden beispielweise inklusive Koch- und Backkurse oder Ferienpassaktionen für Menschen mit und ohne Behinderungen konzipiert.
Wie lebt es sich mit Handicaps? Zahlreiche Inhalte aus einer speziellen Aktionsbox helfen am 12. Mai im Hotel Hilling dabei, Behinderung am eigenen Leib erfahrbar zu machen. Die Box stellten Verena Harms, Kerstin Sackarendt-Schnieders und Carmen Maugg (von links) vor. Foto: Jürgen Eden/St.-Lukas-HeimJürgen Eden/St. Lukas-Heim Papenburg