Aktuelles/Oktober 2018

Nordhorn

Tablets für den Caritas-Pflegedienst Nordhorn

Tablets in der Caritas-Pflege NOHKarin Busche, Martin Schnellhammer, Hermann Josef Quaing (von rechts) und Antje Mutz (5.v.rechts) haben dem Team des Caritas Pflegedienstes Nordhorn 18 Tablets überreicht. Caritas/Roland Knillmann

Lange Anfahrtswege, mehr Dokumentation, komplexe Pflegesituationen: Um die Mitarbeitenden angesichts steigender Anforderungen zu entlasten, erprobt der Caritas-Pflegedienst Nordhorn in den kommenden Monaten den flächendeckenden Einsatz von Tablet-Computern in der ambulanten Pflege. "Wir versprechen uns davon, den Stress bei unseren Mitarbeitenden zu reduzieren und zugleich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei unseren meist weiblichen Mitarbeiterinnen zu verbessern", sagt Karin Busche, Pflegedienstleiterin des Caritas-Pflegedienstes Nordhorn und zugleich Leiterin des Projektes "Tablets in der Pflege".

Mithilfe der internetfähigen Tablets werden Pflegekräfte künftig die Dokumentation direkt beim Patienten vornehmen. Angaben, die bislang nach den Einsätzen im Büro des Pflegedienstes in den Computer übertragen wurden, können jetzt vor Ort oder zu einem späteren Zeitpunkt zuhause direkt in die Datenbank eingetragen werden. "Das spart Zeit und bringt unseren Mitarbeitenden wesentlich mehr Flexibilität", unterstreicht Karin Busche. 

Die Digitalisierung ermöglicht darüber hinaus eine bessere Vernetzung der pflegerischen Angebote der Caritas in Nordhorn: Die Caritas St. Marien Pflege GmbH, zu der auch der Pflegedienst gehört, hat jüngst in Nordhorn mit dem Haus St. Marien eine stationäre Senioreneinrichtung mit Tagespflege eröffnet. "Über die Tablets sind Pflegeakten und Leistungsdokumentation von jedem beliebigen Ort aus zugänglich und bearbeitbar", sagt Hermann Josef Quaing, Verwaltungsleiter des Pflegedienstes und Geschäftsführer des Caritasverbandes für den Landkreis Grafschaft Bentheim. "Wir möchten auf diese Weise die Schnittstellen der Pflegeangebote untereinander, aber auch mit Haus- und Fachärzten verbessern."

Entlastung für Mitarbeiterinnen

"Viele unserer Mitarbeitenden sind weiblich und müssen neben dem Beruf die Familie koordinieren", betont Karin Busche. "Die Tablets ermöglichen die Arbeit im Homeoffice, etwa für Dokumentationsaufgaben, und schaffen dadurch eine Entlastung für unsere Mitarbeiterinnen, weil sie ihre Arbeitszeit besser beeinflussen können." Die Pflegefachkräfte werden mit Tablet-Computern ausgestattet und in der Bedienung geschult.

Das Projekt wird vom Land Niedersachsen mit 40.000 Euro unterstützt. Antje Mutz, die seitens des Niedersächsischen Sozialministeriums das "Förderprogramm Stärkung der ambulanten Pflege im ländlichen Raum" begleitet, ist besonders beeindruckt, weil der Caritas-Pflegedienst alle Schwerpunktbereiche des Programms im Blick hat: "Wir wollen die Arbeitsbedingungen verbessern, möchten Kooperation und Vernetzung mit anderen Institutionen stärken, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Pflegekräfte verbessern und zudem stärker EDV-basierte Systeme einsetzen. Das alles wird hier geleistet."

Fachlich unterstützt wird das Projekt vom Living Lab - Wohnen und Pflege (www.living-lab.org). Living-Lab-Geschäftsführer Martin Schnellhammer zeigt das Potenzial auf, das die neue Technik mit sich bringt: "Mithilfe der internetfähigen Tablets wird es im nächsten oder übernächsten Schritt möglich sein, bei Fragen oder Unsicherheiten am Einsatzort per Videotelefonat eine Pflegekraft aus der Zentrale zur Unterstützung einzubeziehen. Das wird eine weitere große Entlastung bedeuten." Zugleich könne zum Beispiel die Möglichkeit des Videotelefonierens für Dienstbesprechungen genutzt werden, um lange Anfahrtswege zu vermeiden.