Informationen für Ratsuchende

Wie Sie zu uns kommen

Bewerbung, Kostenzusage und Co.

Die organisatorische und persönliche Rehabilitationsvorbereitung wird in der Regel mit Unterstützung einer Suchtberatungsstelle durchgeführt. Weitere Vermittlungen erfolgen daneben über Entgiftungseinrichtungen, Sozialdienste, betriebliche Dienste, niedergelassene Ärzte und über andere Fachkrankenhäuser. Zur Aufnahme benötigen wir im Wesentlichen:

  • Sozialbericht der vermittelnden Stelle
  • Kostenzusage des Leistungsträgers
  • Wichtige ärztliche Untersuchungsbefunde, z.B. aktuelle Laborwerte, Berichte über stationäre Aufenthalte
  • Klärung der juristischen Situation

Bei psychiatrischer und/oder somatischer Komorbidität wird mit dem Rehabilitanden ggf. ein Vorgespräch geführt. Ergänzende Informationen oder die Teilnahme des/der vermittelnden Drogenberaters/-in sind erwünscht.

 

Was Sie bei uns erwartet

01. Freundlicher Wohnbereich

In der Gemeinschaft wird jeder neue Rehabilitand durch einen älteren Rehabilitanden begleitet, der vor allem in der ersten Zeit als Pate an seiner Seite steht. In der Aufnahmegruppe lernen Sie die übrigen Gruppenmitglieder kennen, stellen sich vor und werden nochmals begrüßt.

Auf dem Grundstück befinden sich drei Gebäude, in denen unsere Rehabilitanden freundliche Einzel- und Doppelzimmer bewohnen. Das fördert den Kontakt und bietet trotzdem Privatsphäre. Die Zimmer verfügen über ein eigenes Bad mit Dusche und WC.

Gekühlte Getränke und Kaffee sind im Automaten verfügbar.  Täglich sind frisches Obst und Mineralwasser verfügbar.

02.Vielfältige Freizeit- und Sportangebote

Freizeit soll Spaß machen und für Entspannung sorgen. Vielfach ist die Fähigkeit, freie Zeit selbstständig und aktiv zu gestalten verloren gegangen. Um Sie an diese Fähigkeiten heranzuführen, bietet die Fachklinik Nettetal eine Vielzahl von Möglichkeiten, Freizeit konstruktiver zu gestalten:

  • Musik hören oder selber Musik machen
  • Werken, Schreinern, kreatives Gestalten
  • Spielabende,
  • Darts, Billard und Kickern,
  • Boule, Beach-Volleyball und Fußball,
  • Schwimmbad- u. Kinobesuche,
  • kulturellen Aktivitäten
  • Sauna
  • Whirlpool
  • TV
  • Spielkonsolen
  • Kraft- und Fitnessraum

03. Behandlungsverlauf

Eine gezielte und individuelle Behandlungsplanung, an der die Patienten aktiv beteiligt werden, trägt wesentlich zum Erfolg einer Suchtbehandlung bei. Deshalb wird Ihre Behandlung ganz persönlich auf Sie zugeschnitten.

Voraussetzung für die Aufnahme bei uns ist die Volljährigkeit. Zu Beginn erstellen wir eine sorgfältige Diagnose der Abhängigkeitserkrankung mit all ihren unmittelbaren Auswirkungen auf Ihren Körper, Ihre Psyche und Ihr soziales Leben. Dabei werden auch die Begleit- und Folgeerkrankungen berücksichtigt. 

Ein wichtiges Behandlungsziel ist die Wiederherstellung bzw. Verbesserung der Erwerbsfähigkeit und Wiedereingliederung in die Arbeitswelt und Gesellschaft. 
Grundlage dafür ist das Erarbeiten einer Einsicht über Entstehung und Aufrechterhaltung der Abhängigkeit, das Erlernen einer positiven abstinenten Lebensweise und der Aufbau von Fähigkeiten zur Rückfallvermeidung. 
Wir unterscheiden nach Abschluss der gründlichen Eingangsdiagnostik kurz-, mittel- und langfristige Ziele, die wir entsprechend der individuellen Ausgangslage mit jedem Patienten entwickeln.

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach den Eingangsvoraussetzungen und den Erfordernissen des Einzelfalles. Es liegt in unserem Interesse, die Behandlungsdauer so kurz wie möglich aber so lange wie nötig zu nutzen. Es ist dabei möglich, stationäre, teilstationäre und ambulante Rehabilitation zu kombinieren.

04. Rekreationstherapie und Sport

Sie können in unserer Fachklinik durch vielfältige Aktivitäten neue Kräfte mobilisieren. Die Kreativ- und Kunsttherapie bietet hier neben dem Spaß am Tun vor allem die Möglichkeit, sich auf andere Weise als in der Psychotherapie selbst kennen zu lernen und auszudrücken. Schwimmen, Volleyball, Fußball, Fitness, Walken und Joggen machen fit für den Alltag und sorgen für einen körperlichen Ausgleich. So kann jeder Patient in Einzel- und Gruppenaktivitäten Grenzerfahrungen sammeln und feststellen, wie viel Freude das Aktiv-sein gemeinsam mit anderen bringen kann. In der Sauna bieten sich Möglichkeiten der Entspannung.

 

05. Sozialtherapie & -beratung

Die Sozialtherapie hilft Ihnen, einen neuen Platz in der Gesellschaft zu suchen.

Eingeübt wird u.a. der Kontakt zu Ämtern, Institutionen und Behörden. In der Vergangenheit hat sich gerade in diesem Bereich bei unseren Patienten vielfach eine Hemmschwelle entwickelt. Diese gilt es im Rahmen der Behandlung abzubauen um die Angelegenheiten für die Zukunft eigenständig zu regeln und einen angemessenen Umgang mit diesen Aufgaben zu finden.

Das umfasst die Korrespondenz mit Ämtern und Behörden, die Justizbetreuung und andere Rechtsregelungen. Nicht zuletzt werden Maßnahmen zur Schuldenregulierung eingeleitet und unterstützt.

06. Medizinische Behandlung und Gesundheitsbildung

Die zentrale Aufgabe der medizinischen Behandlung und Gesundheitsbildung ist die Wiedererlangung des körperlichen Wohlbefindens und die Behebung bzw. Verbesserung der organischen Schäden, die oft die Folge des Suchmittelmissbrauchs sind. Schon zu Beginn wird eine umfassende Eingangsuntersuchung vorgenommen um eventuell erforderliche Behandlungsmaßnahmen einzuleiten.

In regelmäßigen Sprechstunden bei unserer Leitenden Ärztin wird

  • die Wahrnehmung für die eigenen körperlichen Symptome sensibilisiert. Sie lernen körperliche oder psychische Symptome zu erkennen, die das Suchtverhalten auslösen oder aufrechterhalten können
  • die Motivation zur Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit gefördert
  • zu einer gesunderen Lebensweise angeleitet. Dabei werden auch Informationen zur Infektionsverhütung (Hepatitis B und C, HIV-Infektionen) und zu Suchtentwicklung und Suchtfolgen vermittelt.
  • wenn nötig an kooperierende Fachärzte überwiesen um notwendige Behandlungsmaßnahmen einzuleiten.

07. Psychotherapie

Neue Verhaltensmuster lassen sich in der Psychotherapie am ehesten erreichen, wenn zwischen Ihnen und den therapeutischen Mitarbeitern eine kontinuierliche und verbindliche Beziehung besteht. Deshalb erhält jeder Patient bei uns vom ersten Tag an einen Bezugstherapeuten. Der Bezugstherapeut unterstützt und fördert gemeinsam mit Ihnen Ihre Behandlungsziele, ist erster Ansprechpartner und steht auch Ihren Angehörigen für Fragen und Gespräche zur Verfügung.

Auf der Grundlage einer guten therapeutischen Beziehung besteht für Sie die Möglichkeit, sich mit biographischen Zusammenhängen Ihrer Suchtentwicklung ebenso zu befassen wie mit den krankmachenden (pathogenen) Verhaltensmustern.

Um diese Muster adäquat korrigieren zu können, werden mittels psychotherapeutischer Methoden Übungen durchgeführt und neue Verhaltensweisen trainiert, mit der die Ich-Stärkung gefördert und die sozialen Kompetenzen stabilisiert werden.

08. Ergo- und Arbeitstherapie

Die Arbeitstherapie ist gegenständlich und ist daher ein Gegenpool zu den eher rational ausgerichteten Gesprächstherapien. Zunächst werden im Rahmen der Ergotherapie die funktionalen Einschränkungen gemessen, bewertet und Leistungsprofil und Anforderungsprofil erstellt. Durch geeignete Fördermaßnahmen sollen die Fähigkeiten erweitert werden. Es lassen sich bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten schulen, aber auch die Motivation und das Selbstbild überprüfen. Die Arbeitstherapie/ Ergotherapie ist weitestgehend an den Erfordernissen der Arbeitswelt ausgerichtet oder spiegelt einzelne Elemente dessen wieder. Im Rahmen der Rehabilitationsplanung erhalten besonders Rehabilitanden der BORA-Zielgruppen 1-5 in der Arbeitstherapie und Ergotherapie ein passgenaues Angebot, je nach Indikation und Zielsetzung.

  • Angeleitete Projektarbeit
  • Arbeitsbezogene Trainings (Holz und Metall, EDV,
  • Hirnleistungstraining, (Cogpack)
  • Halbangeleitete Projektarbeit (z.B. Freizeitplanung)
  • Freizeitkompetenztraining (Umgang mit kreativen Techniken)
  • Klinikinterne Dienstleitungen (werden von den Rehabilitanden mit spezieller Indikation in geringem Umfang getätigt, z.B. Blumenpflege, kleine handwerkliche Tätigkeiten, Unterstützung zu den Essenszeiten)

Es sollen Kompetenzen wieder hergestellt werden und neue Ressourcen entdeckt werden. Dabei werden folgende Bereiche erfasst:

  • Grundarbeitsfähigkeiten (Ausdauer, Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Sorgfalt, Flexibilität, Arbeitstempo, Konzentration, Merkfähigkeit)
  • Soziale Fähigkeiten (Zusammenarbeit, Kritikfähigkeit, Umgang mit Autoritäten, Umgang in der Gruppe)
  • Selbstbild (Selbständigkeit, Eigenverantwortung, Selbsteinschätzung, Selbstgewissheit, und Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen)

09. Besuchsmöglichkeiten und andere wichtige Details

Von Beginn an sind Briefe und Telefongespräche zu Ihren Kontaktpersonen möglich. Ab der ersten Woche sind uns Ihre Angehörigen und Freunde als Besucher herzlich willkommen. Unsere Besuchszeiten sind samstags und sonntags. Wichtig ist uns, dass Ihre Angehörigen und Kontaktpersonen suchtmittelfrei sind. Bei ihrem Erstbesuch werden sie durch den diensthabenden Mitarbeiter begrüßt und zu einem kurzen Kennlern- und Einführungsgespräch eingeladen.

In der Freizeit können Sie Ihr eigenes Handy/Smartphone benutzen. Damit Sie Ihren Mitbewohner nicht stören ist Musik hören im Zimmer mit Kopfhörer per MP3-player möglich. In Ihrem Zimmer steht Ihnen ein abschließbares Wertfach zur Verfügung.

Die Nutzung von Laptop/Tablet ist in der Freizeit grundsätzlich möglich.

Ausgänge und Heimfahrten sind nach Ihrem individuellen Behandlungsplan möglich.

 

10. Die Behandlung begleiten

Als Angehörigen laden wir Sie ein, die Therapie zu begleiten. Nicht nur weil Ihr Angehöriger später auf verlässliche, cleane und tragfähige Kontakte nach der Behandlung angewiesen ist, sondern weil es für Sie auch hilfreich und förderlich ist, wenn Sie die Veränderungsschritte wahrnehmen und positiv unterstützen können.

So freuen wir uns, wenn Sie Ihren Angehörigen zur Aufnahme in die Einrichtung begleiten. Paar-, und Familiengespräche mit dem Bezugstherapeuten, Ihrem Angehörigen und Ihnen als relevante Bezugsperson können im Verlaufe der Behandlung notwendig werden.

Auch bedeutsame Nachrichten aus Briefen und Telefonaten, die von Anfang an ohne Einschränkung möglich sind, sollten Sie durchaus mit uns besprechen. Auch wenn Ihnen manche Abläufe und Vorgehensweisen hier zunächst unverständlich erscheinen oder Sie gar Beschwerden haben, kommen Sie offen auf uns zu. Eine Klärung wird für alle Beteiligten förderlich sein.

11. Und danach?

Auch in der Phase des Übergangs in den Alltag werden die Rehabilitanden unterstützt. Der Weg zum suchtmittelfreien Leben und für ein Abstinenten Neuanfang erfordert ein hohes Maß an Disziplin und Standhaftigkeit.

Unser Team

Die Fachklinik Hase-Ems verfügt über ein Team von hoch qualifizierten Fachleuten. Unsere Mitarbeitenden kommen aus unterschiedlichen Berufsfeldern und garantieren eine optimale Begleitung in allen Behandlungsbereichen. mehr

Unser Angebot

Die Fachklinik Hase-Ems bietet neben medizinischen Maßnahmen zur Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen (Alkohol, Medikamente, illegale Drogen, Glücksspielabhängigkeit) auch die Mitbehandlung von psychiatrischen und psychosomatischen Begleiterkrankungen. mehr

FK Hase-Ems

Über uns

Die Fachklinik Hase-Ems besteht aus mehreren zweigeschossigen Gebäuden mit einer Gesamtfläche von 5.200 Quadratmeter. mehr