Kinder und Jugendliche stärken
Die Teilnehmenden des Fachtags setzten sich mit dem Thema Partnerschaftsgewalt und ihre Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche auseinander.Gabriele Middendorf
Unter dem Titel "Wenn zuhause der Sturm tobt - Kinder und Jugendliche im Kontext von Partnerschaftsgewalt" haben der Caritasverband für den Landkreis Emsland und der Landkreis Emsland gemeinsam zu einem Fachtag ins Jugendgästehaus Papenburg eingeladen. Rund 130 Teilnehmende kamen zusammen, um sich zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und sich fachlich zu vernetzen. Der Fachtag richtete sich insbesondere an pädagogische Fachkräfte aus Kindertagespflege und Kindertagesstätten, Schulsozialarbeit, Lehrkräfte sowie weitere Fachkräfte.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kinder und Jugendliche, die Partnerschaftsgewalt miterleben, frühzeitig wahrgenommen, geschützt und unterstützt werden können. Nach dem Hauptvortrag von Prof. Dr. Angelika Henschel vertieften verschiedene Workshops unter anderem die Themen Gesprächsführung, Erkennen häuslicher Gewalt, Stärkung und Beteiligung von Kindern sowie Umgangsrecht bei Partnerschaftsgewalt.
"Mit dem Fachtag wollten wir ganz bewusst die Fachkräfte erreichen, die Kinder jeden Tag erleben - in der Kindertagespflege, in Kindertagesstätten, in Schulen und in der Schulsozialarbeit", sagt Gabriele Middendorf vom Caritasverband für den Landkreis Emsland. "Sie können häufig als Erste wahrnehmen, wenn es einem Kind nicht gut geht oder es von Gewalt betroffen ist. Deshalb ist es so wichtig, sie für mögliche Anzeichen zu sensibilisieren und ihnen Sicherheit für ihr Handeln zu geben."
Middendorf selbst gestaltete den Workshop "Warum geht sie nicht einfach?! - Frauen stärken. Gewalt erkennen. Handlungssicherheit gewinnen." Dabei ging es unter anderem darum, die komplexen Dynamiken von Partnerschaftsgewalt besser zu verstehen, vorschnelle Bewertungen zu hinterfragen und Fachkräften praxisnahe Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Die hohe Beteiligung wertet Middendorf als positives Signal: "130 Teilnehmende sind eine sehr gute Resonanz. Sie zeigt uns, dass bei den Fachkräften ein großes Interesse besteht, sich mit Partnerschaftsgewalt und ihren Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche auseinanderzusetzen. Gerade der Austausch und die Vernetzung über die verschiedenen Professionen hinweg sind dabei besonders wertvoll."
Der Fachtag schuf damit Raum für Information, Sensibilisierung, fachlichen Austauschund und interprofessionelle Vernetzung - mit dem gemeinsamen Ziel, den Schutz und die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen im Kontext von Partnerschaftsgewalt zu stärken.