Osnabrück, 20. März 2012. Russischer Rote-Bete-Salat als Vorspeise, danach ein afghanisches Lammfleischgericht und zum Nachtisch Rote Grütze. Der Speiseplan war so vielfältig wie die Köche – bei einer gemeinsamen Aktion der Caritas für die Diözese Osnabrück und des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Das Motto lautete „Herkunft egal – Ziel klar“. Dabei wurde deutlich: Junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund wollen einen qualifizierten Job. “Die Startvoraussetzungen sind allerdings häufig nicht gleich“, sagt Günter Sandfort, Vorsitzender der Katholischen Jugendsozialarbeit Nord.
Hintergrund für die Kochaktion war der Josefstag. Mit dem bundesweiten Aktionstag machen katholische Einrichtungen auf die Situation benachteiligter Jugendlicher aufmerksam. Die Organisatoren richteten in diesem Jahr den Fokus auf die Situation junger Menschen mit Migrationshintergrund. Und zwar mit einem „interkulturellen Dialog der besonderen Art“, so Maria Aepkers von der Katholischen Familienbildungsstätte: Fünf Kochteams zu jeweils vier Personen kamen zusammen und kreierten ein Büffet mit Speisen aus aller Herren Länder. Die Teams bestanden aus jungen Menschen mit ausländischen Wurzeln, BDKJ-Mitgliedern und Gästen, darunter Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler, Weihbischof Theodor Kettmann und der Geschäftsführer des Jobcenters Michael Klesse. Alle zeigten ihr Können am Herd und kamen dabei ganz ungezwungen miteinander ins Gespräch.
Zu einem Team gehörten z. B. Silvia Bäumer, Diözesanvorsitzende des BDKJ, Mitorganisatorin Karin Sterzer sowie Weihbischof Theodor Kettmann. Vervollständigt wurde das Team durch Hisa Cercur, der auch den Vorschlag für das gemeinsame Gericht gemacht hatte: Lahmacun – türkische Pizza.
Beim gemeinsamen Kochen erfuhr das Team einiges über die Geschichte von Hisa: Mit sieben Jahren hatte er in seiner irakischen Heimat als Schafhirte und Bauer arbeiten müssen. Ende 2009 kam er als gerade 16jähriger allein nach Deutschland, während seine Familie noch im Irak lebt. Derzeit absolviert der junge Mann sein Berufsvorbereitungsjahr. Sein Berufswunsch ist Gärtner. Doch es wird für ihn schwer werden, einen Arbeitgeber zu finden. Schließlich muss er alle drei Monate seine Aufenthaltsgenehmigung verlängern lassen.
Umso wichtiger ist es für die Betroffenen, dass sie in Deutschland nicht allein gelassen werden. Der Jugendmigrationsdienst der Caritas hilft jungen Menschen mit Migrationshintergrund, sich in einem für sie fremden Land zurecht zu finden – beruflich und privat. „Wir müssen die jungen Menschen unterstützen, dass sie ihren Platz in der Gesellschaft finden“, betonte Sandfort