Königsberghilfe

 Seit vielen Jahren steht ihm Helmut Buschmeyer, ebenfalls73, zur Seite. Gemeinsam leitensie den "Thuiner Kreis"und koordinieren so das große Netzwerk ihrer ehrenamtlichen Arbeit zugunsten der armen Bevölkerung in der russischen Enklave an der Ostsee.

Die Königsberghilfe unterhält eine Kindertagesstätte für etwa 25 Klein- und Vorschulkinder aus benachteiligten Familien in Kosmodijansk am Rande der Stadt. In Rasdolnje gibt es eine Sozialstation mit einer kleinen Nähstube und einem großen Lager für die ankommenden Hilfstransporte aus Osnabrück. Am 25. März 2015 machte sich der 700. LKW mit Hilfsgütern auf den Weg. Darüber hinaus unterstützt die Königsberghilfe in der Katholischen Kirchengemeinde Heilige Familie in Kaliningrad eine Suppenküche und eine Ambulanz. Im nachfolgenden Beitrag beschreibt die Leiterin der Pfarrcaritas Victoria Krasina die Hilfe, die vor Ort in Kaliningrad dank der Königsberghilfe geleistet werden kann.

Suppenküche

Die Armut ist groß im russischen Bezirk Kaliningrad/Königsberg. Deshalb haben viele Menschen vor 20 Jahren mit gutem Herzen und Seele in der Stadt auf einem Gelände der Katholischen Kirchengemeinde Heilige Familie diese Suppenküche eingerichtet, die erste in der Stadt. Noch heute gibt sie unter der Woche täglich Mahlzeiten an etwa 100 Menschen aus. Viele nehmen noch etwas mit für Kranke zu Hause oder für ihre Nachbarn, die nicht kommen können. Familien, Rentner, behinderte Menschen sowie Bedürftige mit sehr geringem Einkommen können 5 Mal wöchentlich in der Suppenküche ein warmes Mittagessen bekommen. Zwischen April und Dezember 2014 wurden insgesamt 18.735 Portionen warmes Essen ausgegeben. Durch das Embargo brachen für uns schwere Zeiten an. Viele Produkte, die qualitätsmäßig gut und kostengünstig waren, fallen jetzt weg. Die Kosten für die laufenden Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Buchweizen, Graupen, Fleisch sind drastisch gestiegen. Wir haben durch unsere Gemeindebeziehungen im Kaliningrader Gebiet einige bekannte Kleinbauern, bei denen wir unser Gemüse beziehen. So sind wir uns wenigstens der Qualität der Produkte sicher. Durch die freundschaftliche Beziehung bezahlen wir ein paar Rubel wenige als auf dem offiziellen Markt.

Kleiderkammer

In der Kleiderkammer bekommen bedürftige Menschen Hilfe in Form von Kleidung, Schuhen, Bettwäsche und Decken. Die Kleidung wird überwiegend von der deutschen Bevölkerung gespendet, aber auch von den Bewohnern der Stadt Königsberg, besonders von Pfarrgemeindemitgliedern. In diesem Winter war es sehr kalt und die Schönstattschwestern und die Gemeinde haben gefütterte Arbeitsschuhe für Obdachlose gekauft. Im letzten Jahr erhielten innerhalb von 9 Monaten 851 Obdachlose, 156 Sozialbedürftige, 5 Organisationen (Sozialamt, Verein für kinderreiche Familien, Reha-Zentrum für Drogenund Alkoholabhängige und Altersheim) und 7 Dörfer Kleidung, Schuhe, Bettwäsche und Decken. Insgesamt 2.650 kg. Ambulanz für Obdachlose Obdachlose Menschen sind auch in Königsberg eine Randgruppe, der die russische Gesellschaft mit offener Verachtung begegnet. Gewalttätige Übergriffe durch die Bevölke- rung und die Polizei, einhergehend mit Körperverletzung bis hin zu Totschlag, sind keine Seltenheit und werden im Allgemeinen nicht geahndet. Das Leben der Obdachlosen ist im ostpreußischen Winter sehr gefährdet. Ihre Lebenserwartung ist sehr gering. Obdachlose leben in den Schächten der Fernheizung, außen auf den warmen Rohren, auf den Dächern von den Hochhäusern, in Kellern und in den Festungsruinen. Von Obdachlosigkeit betroffen sind Männer und Frauen, junge und alte Menschen, Gesunde und Kranke, Doktoren und Menschen ohne Ausbildung. Sie erhalten eine qualifizierte medizinische Hilfe, ein warmes Mittagessen, Kleidung und Beratung und erfahren Achtung und menschliche Zuwendung. In unserer Ambulanz können die Obdachlosen duschen und saubere Kleidung bekommen. Im Allgemeinen kann ein Obdachloser 3-5 Mal in der Woche diese Hilfe in Anspruch nehmen.