Hilfe für Obdachlose in Sibirien

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Dazu bläst oft ein starker Wind, bei windlosem Wetter umgibt Sibirien ein eiskalter Nebel. Menschen, die in dieser Zeit keine Bleibe haben, können nur mit sehr viel Erfindungsgabe und Glück überleben.

Die Leute landen aus verschiedenen Gründen auf der Straße. Der häufigste Grund, der zur Obdachlosigkeit führt, ist Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit. Wer aus diesem  Grund seine Arbeit, sein Geld, seine Wohnung und seine sozialen Kontakte verloren hat, landet auf der Straße.

Oft sind es auch Menschen, die gerade aus dem Gefängnis entlassen worden sind oder junge  Menschen, die vielleicht gerade aus einem Kinderheim kommen, Menschen, die sich nicht in ihrem Alltagsleben zurechtfinden,  oder Menschen mit psychischen Krankheiten. Staatliche und nichtstaatliche Zentren nehmen nur bedingt Obdachlose auf, z. B wenn sie sich in einem nüchternen Zustand befinden oder nur, wenn sie einen Arbeitsnachweis vorweisen können. Die Plätze in solchen Zentren sind jedoch sehr knapp.

Wer einmal auf der Straße  gelandet ist, trinkt stark alkoholische Getränke oder Spiritus gegen Depression und Kälte. Die Obdachlosen erfrieren oder sterben aufgrund von sich immer mehr verschlimmernden Krankheiten. Der ständige Alkoholkonsum, - oft trinken sie nicht verifizierbare  oder  chemischer Flüssigkeiten wie Scheibenwischerflüssigkeit, führt zu körperlichen Behinderungen, schweren chronischen Krankheiten, Blindheit oder Verbrennungen der Speiseröhre.

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Im Winter suchen sich die Obdachlosen Unterschlupf in verwahrlosten Häusern oder auf Dächern mit Ofenheizung,  sie legen sich zum Schlafen auf die Röhren der Fernheizungen, dies führt zu schlimmen Verbrennungen, oft  kommt es zu verfaulten Wunden. Werden sie nicht behandelt führt die zu  Amputationen oder  zum Tod.

Obdachlose besitzen häufig keinen Personalausweis und keine Krankenversicherung, so ist es sehr schwer für sie, Hilfe von medizinischen Einrichtungen zu erhalten, eine Aufnahme in ein Krankenhaus ist fast undenkbar.

Krankenschwestern der Caritas in Sibirien leisten deshalb Erste Hilfe bei der Behandlung von Erfrierungen, Verbrennungen, Bisswunden von Hunden, Messerstichwunden und  verteilen  Medikamente. Regelmäßig verteilen sie  warme Mahlzeiten,  warme Suppe, Butterbrote  und Tee.

Viele Obdachlose arbeiten illegal. Beispielsweise helfen sie beim Be- und Entladen der Autos auf Märkten, beim Leeren von Mülleimern oder beim Sortieren von Müll, sie sammeln Metalle und verkaufen diese oder sie sind als Hausmeister tätig. Diesen Tätigkeiten gehen noch  junge und gesunde Obdachlose nach. In der letzten Zeit übernehmen immer mehr Migranten diese Tätigkeiten, sie sind  für den Arbeitgeber oftmals willkommener, da sie nicht trinken und seltener die Arbeitszeiten versäumen.

Eine Verbesserung oder eine ernsthafte Veränderung der Situationen obdachloser Menschen ist sehr selten.  Die Caritasmitarbeiter helfen gemeinsam mit staatlichen Behörden vor Ort bei der Beschaffung von neuen Dokumenten, der Unterbringung in einem Obdachlosenheim oder versuchen den Kontakt zu den Verwandten wieder herzustellen.

Augenblicklich werden in den Projekten der Caritas Novosibirsk nicht nur Obdachlose unterstützt, sondern auch sehr bedürftige Leute, welche sich am Rande der Armut und der Obdachlosigkeit befinden. Dies sind  Rentner ebenso wie  Familien mit vielen Kindern.

In Barnaul und Novosibirsk erhalten sie Kascha und Konserven, in Omsk warme Verpflegung, Brötchen und Tee.