Projektbereich

Kinder und Jugendliche

Kinder

Durch weitere Wirtschaftskrisen konnte ein Teil der Bevölkerung nicht an den langsam entstehenden Wohlanstand anschließen. In vielen Regionen wächst bereits  die zweite Generation  Kinder auf, für die Armut, Krankheit, Alkohol- und Drogenkonsum und  Gewalt zum Alltag gehören.

 Kinder und Jugendliche, die in diesen sozial instabilen Familien aufwachsen, erhalten Hilfe in  Caritas-Kindertageszentren und in den Jugendclubs.

 Unabhängig ihrer Religion,  werden die Kinder im  Alter von 7-14 Jahren  in den Kinderzentren  aufgenommen und von Pädagogen und Psychologen betreut. Unterstützt werden sie  von Ordensschwestern und ehrenamtlichen Helfern, vorwiegend aus den  katholischen Kirchengemeinden. Die Jugendclubs bilden die Ergänzung für Jugendliche von 14-18 Jahren.

Die Kinderzentren  bieten einen Schutzraum für  die kindliche Entwicklung, einen geregelten Tagesablauf und vermitteln alltägliche Fähigkeiten. Die Kinder lernen, kochen  und spielen miteinander. Die Mitarbeiter der Zentren halten Kontakt zu den Schulen, Psychologen bieten Hilfe für Kinder mit Trauma- Erfahrungen. Die Einbindung der Familien, der Schulen und anderer sozialer Einrichtungen spielt dabei eine immer größere Rolle.

Der ganzheitliche Ansatz der Caritaskinderzentren leistet einen wertvollen Beitrag zur Gestaltung der Sozialarbeit vor Ort, so erfolgt die Arbeit  zunehmend in einem engen Austausch mit staatlichen russischen Einrichtungen und Behörden.

Die Caritas im Bistum Novosibirsk in Sibirien betreut ebenfalls Projekte der Kinder- und Jugendhilfe.

Die Russlandhilfe ‚Eine Kuh für Marx‘ hält  zu einigen dieser Einrichtungen eben falls enge Kontakte. Einmal über  die Freiwilligendienste und zum anderen durch besondere Spenderverbindungen.

Sieben Kinderzentren im Bistum St. Clemens in Südrussland

„Das 8.Weltwunder“ in Orsk

Einblicke Orsk

Das Kinderzentrum in Orsk begann seine Arbeit   bereits 1999. Drei Mal in der Woche betreuten die Ordensschwestern  ca. 15 Kinder aus Familien in einer schweren Lebenssituation.

Als im Jahre 2008 das neue Pfarrhaus fertig wurde, konnten in den neuen Räumlichkeiten bis 30 Kinder betreut werden, ein Jahr später konnte die Arbeit mit den Kindern im Rahmen des Diözesanprogramms der  Caritas  für " Kinder aus sozial benachteiligten Familien"  beginnen, das Zentrum erhielt den Namen : "Das 8. Weltwunder". Das Erlernen alltäglicher Kompetenzen wie Einkaufen, Essen zubereiten , Hausaufgaben machen, verschieden Freizeitaktivitäten  und Sommerlager, stehen neben psychologischer Betreuung im Programm. Musik , Tanzen, Informatik, Nähen  und Werken helfen den Kindern eigene Fähigkeiten zu entdecken und zu entwickeln.

Einblicke Orsk

Die Geschichte von D. : Sein Bruder starb, die Eltern trennten sich ,

die Mutter wurde  Alkoholikerin,  ihr wurde das Sorgerecht entzogen. D. war aggressiv, konnte keinen Moment still sitzen und keine sozialen Kontakte aufbauen. Der Psychologe beschäftigte sich mit ihm täglich, dann versuchte er  langsam mit anderen Kindern in Kontakt zu kommen, die meisten hatten wegen seiner Aggression Angst vor ihm. In weiteren Therapiestunden wurde sein Papa mit einbezogen, der auch an der Elterngruppe teilnahm. Plötzlich verstarb seine Mutter und  er erschien nicht mehr im Kinderzentrum.

Einblicke Orsk

Es stellte sich  heraus, dass  dank der geleisteten Arbeit im Kinderzentrum, eine engere Beziehung zu seinem Vater entstanden war: sie gingen in die Natur, zum Angeln und erledigten auch die Einkäufe gemeinsam. Dann kam er wieder ins Kinderzentrum und man konnte feststellen, dass er viel besser mit seinen Emotionen umgehen konnte und für sich Verantwortung übernehmen konnte.

"Kinder, die 2009 als kleine Kinder zu uns gekommen sind , sind nun fast erwachsen geworden und verlassen unser Zentrum, so wie wir es uns erhofft haben, als junge Erwachsene , die fähig sind soziale Kontakte aufzubauen und zu leben.

Einblicke Orsk

So haben wir es in mehreren Fällen erlebt, das gerade die Zusammenarbeit mit den Eltern oder einem Elternteil und den Kindern Erfolge bringt. In jeder Familie gibt es  Alkoholprobleme. Gerade die Hilfe für die Eltern , z. B. die Vermittlung in eine Rehabilitation, hilft den Kindern besonders.

2014 feierten wir das fünfjährige Bestehen des " 8.Weltwunders". Wir luden alle  Kinder ein, die bei uns waren und sie erzählten von ihren Erinnerungen und Eindrücken in den fünf Jahren, gemeinsam sprachen sie mit den anderen Kindern über ihre ähnlichen Schicksale. Zum Schluss malten ein Bild zu dem Thema, was uns verbindet: sie malten die Jahreszeiten, wie sie langsam in einander übergehen."

Tatjana Lugovskaja, Leiterin des Kinderzentrums

„Kaspar“ in Orenburg

Einblicke Orenburg

Am 1. Februar 2009 eröffnete das Kinderzentrum "Kasper"  in Orenburg seine Türen. Es ist das einzige Zentrum in der Stadt Orenburg, in dem die Kinder ungeachtet ihrer Nationalität oder Religion Hilfe bekommen.

Nach aktuellen Statistiken leben 53 000 Kinder in Orenburg ( ca. 540 000 Ew.) in schwierigen sozialen Verhältnissen, im ganzen Region Orenburg  sind es über 140 000. Schutzpatron unseres Kinderzentrums ist der Selige Kaspar Stanggassinger, Pater des Ordens der Redemtoristen.

Einblicke Orenburg

In den letzten 5 Jahren haben ca. 130 Kinder das Zentrum besucht, manche sind von der Sozialbehörde vermittelt worden oder Nachbarn haben sie gebracht, manche sind alleine gekommen. Sie kommen alle aus  Familien mit Alkoholproblemen.

Beispiel Soja : Sie lebt mit ihrer Mutter, der kleineren Schwester und vier weiteren Verwandten,  in einem Haus , in dem es  keine Wasserleitungen gibt, die Toilette ist auf der Straße. Bis vor kurzem hatte Soja nicht mal  ein eigenes Bett, weder zum Spielen , noch für die Hausaufgaben gibt es Platz. Die Wohnsituation führt  zu täglichen Spannungen, Streit und gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Einblicke Orenburg

" Unsere Kinderzentrum ist wie eine kleine Familie: wir leben mit Pflichten und Rechten, die Kinder helfen wie im eigenen Haushalt : aufräumen, einkaufen und kochen, entscheiden mit bei Problemen und Wünschen. Ehrenamtliche Helfer erteilen Nachhilfe in Englisch und Mathematik, die kleineren Kinder  werden auf die Schule vorbereitet. Den Eltern der Kinder fehlt das Wissen, die Fähigkeit und das Geld, die Kinder auf den Eintritt in das Schulleben vorzubereiten. Am meisten lieben die Kinder, wenn Evgenij Nikolaevic  Chovanskij jeden Dienstag mit ihnen zeichnet. Er ist Künstler und hat nebenbei immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Probleme der Kinder. Die Erfahrung, dass Menschen kommen, einfachweil sie die Kinder liebe n, ist das größte Geschenk.

Einblicke Orenburg

Die Kinder lernen auch die christlichen Werte kennen: wir beten vor und nach dem Essen, feiern die christlichen Jahresfeste und lernen Lieder für den Gottesdienst.

Ein neuer Schwerpunkt ist die Arbeit mit den Eltern. Wir treffen uns einmal wöchentlich zu Gesprächen zu ihrer Lebenssituation. Auch organisieren wir ein gemeinsames Programm mit ihnen und den Kindern, um die Beziehungen zwischen ihnen und den Kindern herzustellen oder zu stärken.

Im März 2014 haben wir das 5 jährige Jubiläum mit einem großen Fest gefeiert und konnten allen danken, die uns in den Jahren mit Wohltätigkeit begleitet und unterstützt haben.

Wohltätigkeit kann heute viele Bedeutungen haben, doch das Wichtigste bleibt für uns : Unterstützung, Verständnis , Anteilnahme und Liebe zu den  Menschen.

Wir danken allen Menschen, für die das nicht nur Worte sind, sondern die uns immer eine helfende Hand entgegen strecken." 

Schwester Marija Chamovic, Leiterin des Kinderzentrums

„Bethlehem“ in Marx a.d. Wolga

Einblicke Kinderzentrum in Marx

Das Kinderzentrum "Bethlehem" in Marx an der Wolga wird seit seiner Eröffnung 2009 von den Eucharestie-Schwestern des Klosters in Marx geleitet.

Ein Großteil der Kinder kommen aus Familien der Kirchengemeinde, doch gibt es auch nicht katholische Kinder, die das Zentrum besuchen. Bei den meisten Familien fehlt der Vater oder die Mutter, sie leben am Existenzminimum und haben Alkoholprobleme.

Einblicke Kinderzentrum in Marx

So gilt unsere ganze Aufmerksamkeit den Kindern und Familien, wir stehen mit ihnen im engen Kontakt, beraten sie in Erziehungsfragen, bei gesundheitlichen und rechtlichen Problemen.

Im Alltag versuchen wir jedem Kind so gerecht zu werden, dass wir seine individuellen Fähigkeiten fördern. Die Kinder sind in ihrer Entwicklung meist zurückgeblieben und haben ein geringes Selbstbewusstsein.

Wir helfen bei den Hausaufgaben und erlernen alltägliche Fähigkeiten: Hygiene, Aufräumen, Kochen. Sie können aber auch spielen, Sport treiben und basteln.

Einblicke Kinderzentrum in Marx

Es ist uns sehr wichtig den Kindern Verantwortungsgefühl, Aufrichtigkeit, Gerechtigkeitssinn und die Fähigkeit zu sozialen Kontakten zu vermitteln.

Täglich gibt es auch ein gemeinsames Gebet.

Im letzten Jahr haben wir unser 5-jähriges Bestehen gefeiert. Außer den Ehrengästen, Bischof Clemens Pickel und Caritasdirektorin Oksana Lebedewa kamen fast alle Familien! Die Kinder zeigten kleine Theaterstücke und wir ließen die letzten 5 Jahre Revue passieren.

So haben wir viele eigene Veranstaltungen, doch gerne nehmen unsere Kinder auch an den überregionalen Treffen der Kinderzentren des Bistums St. Clemens teil.

Schwester Galina Tschernischova, Leiterin des Kinderzentrums "Bethlehem"

„Marija“ in Wolgograd

Einblicke Kinderzentrum Wolgograd

Das Kinderzentrum "Marija" in Wolgograd nahm seine Arbeit  bereits 2001 auf und betreute Kinder aus sozial schwachen Familien zunächst nur in der Freizeitgestaltung.

2009 wurde das Zentrum Teil des Diözesanprogrammes" Hilfe für Kinder aus sozial benachteiligten Familien" und konnten von nun an den Kindern und ihren Familien umfassende soziale und psychologische Hilfe  anbieten. Neben den Spezialisten und Psychologen arbeiten im Zentrum auch viele ehrenamtliche Helfer, denen das Schicksal der Kinder am Herzen liegt: sie helfen bei den Hausaufgaben,  in Kunst und Zeichenkursen, bei Handwerks- und Bastelarbeiten können die Kinder ihre Talente entdecken.

Einblicke Kinderzentrum Wolgograd

Besonders beliebt ist der Küchenkreis, in dem  die Kinder selber einkaufen und lernen gesundes Essen zu kochen. Bei den "Wohltätigkeitsaktionen" besuchen die Kinder ältere Menschen oder schwer kranke Kinder - so möchten sie etwas von der selbst erfahrenen Wohltätigkeit weiter geben.

Aktuell verstärkt das Team im Kinderzentrum die Arbeit mit den Eltern, um das häusliche Umfeld zu verbessern und den Kindern auch außerhalb des Zentrums eine stabile  Lebenssituation zu schaffen.

Seit 2007  kommen jedes Jahr Freiwillige im Rahmen des FSJ aus dem Bistum Osnabrück nach Wolgograd und arbeiten mit im Kinderzentrum "Marija"

Einblicke Kinderzentrum Wolgograd

Einblicke Kinderzentrum Wolgograd

 

 

 

 

 

 

 

„Antoschka“ in Astrachan

Einblicke Astrachan

" Die Ganztagsbetreuung findet täglich, außer an Wochenendenden für Kinder vom siebten bis zum vierzehnten Lebensjahr statt. Aufgenommen werden Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen, unabhängig von ihrem Glaubensbekenntnis. Der problematische Familienhintergrund kann sich auf vielerlei Arten äußern: Armut, Verwaisung, Alkoholismus der Eltern , Inhaftierung der Eltern oder auch extrem viele Geschwister.

Für uns ist es wichtig, die Kinder vielseitig zu fördern und so ihre körperliche, psychische, soziale und geistige Verfassung zukunftsorientiert in geregelte Bahnen zu führen. Unser Ziel ist es, die von Gott gegebenen Talente jedes Einzelnen frühzeitig zu erkennen und auf diesen dementsprechend aufzubauen."

Text: Anna Tschernikova, Leiterin des Kinderzentrums Antoschka.

Einblicke Astrachan

Einblicke Astrachan

plakat  astrachan2015 feierte das Kinderzentrum Antoschka in Astrachan sein 10 jähriges Jubiläum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

„Das weiße Pferd“ in Blagoweschenka

Einblicke Blagoweschenka

Das Kinderzentrum "Weißes  Pferd" ist das jüngste der südrussischen Kinderzentren. Es begann mit seiner Arbeit im Januar 2014 und ist das einzige Zentrum in einem Dorf. Es befindet sich auf dem Territorium der katholischen Gemeinde Blagoweschenka in Kabardinao-Balkarien, einer der Kaukasusrepubliken.

Seit 2007 betreiben die Patres des Ordens St. Jean  in Blagoweschenka  eine kleine Pferdefarm, sie betreuen die Dorfkinder  und veranstalten Ferienlager.

Einblicke Blagoweschenka

Sie werden unterstützt von Mitarbeiterinnen der Caritas und den Ordensschwestern des Mutter Teresa Ordens, die hauptsächlich die Kinder bei den Hausaufgaben betreuen. Zwei ehrenamtliche Studentinnen helfen bei den Englischhausaufgaben.

Besonders beliebt ist der Küchenkreis, für die Einkäufe fahren  die Mitarbeiter nach Naltchik, weil es in dem Dorf keine Möglichkeit gibt, doch beim Besprechen der Wunschrezepte sind die Kinder immer dabei.

In der dörflichen Struktur  ist der Kontakt zu den Familien der Kinder besonders eng, hier  herrscht extreme  Armut, weil es praktisch keine Arbeitsplätze gibt. In fast jeder Familie ist mindestens  ein Elternteil alkoholabhängig.

Beispiel Nadja:

Einblicke Blagoweschenka

"Nadja  ist 13 Jahre alt. In einem einfachen Holzhaus, Toilette und Wasserleitung sind im Garten, lebt sie mit 7 Personen: Opa , Oma, Vater und Mutter ,der Bruder, die kleine Schwester und sie. Alle Erwachsenen sind alkoholabhängig, der Vater hat eine schwere Diabetes. Die Mutter arbeitet im ganzen Sommer auf den Feldern, sie verdient dann 10- 15 Euro pro Tag, Nadja muss nach der Schule immer mit helfen. So kam sie nicht mehr ins Kinderzentrum. Wir  sind immer wieder zur Mutter gegangen um sie zu überezugen, dass Nadja ins Kinderzentrum kommen soll. Die Feldarbeit ist zu schwer für sie, und nur wenn sie auch für die Schule lernt, kann sie dort einen Abschluss machen. Den ganzen Sommer kam Nadja dann regelmäßig ins Zentrum und sie durfte in den Ferien sogar zum Regionaltreffen der anderen Kinderzentren mitkommen. Nadja geht es jetzt  besser, auch in der Schule, doch in Zukunft werden wir uns noch mehr um Nadjas Geschwister, Eltern und Großeltern kümmern müssen."

Text: Pater Loran, Orden St. Jean in Naltchik

Infos und kleine Filmbeiträge über die Arbeit des Ordens im Kaukaus , das Leben in Blagoweschenka und das Kinderzentrum " Weißes Pferd" stehen unter :

www.stjean.com./naltchik

„Der Weg des Guten“ in Vladikavkaz

Einblicke Vladikavkaz

Im April 2010 hat das Caritas - Kinderzentrum " Der Weg des Guten" in Vladikavkaz seine Pforten in der Schule Nr. 29 geöffnet. Schuldirektor Viktor Semenovitsch ist  in der Friedensarbeit in der Krisengeschüttelten Region im Kaukaus  engagiert, er  stellte   die Räumlichkeiten in der Schule zur Verfügung.

Über die erfolgreiche Arbeit des Kinderzentrums und die Perspektiven nach 5 Jahren Erfahrung schreibt die Leiterin Irina Katschmazova:

Einblicke VladikavkazGeburtstag im Kinderzentrum

"Das oberste Ziel unseres Projektes ist es, die Lebensqualität von Kindern aus sozial benachteiligten Familien, zu verbessern:

  • Jedes Kind erlernt die Fähigkeit, sich selbst zu versorgen. Es wird dadurch selbstständig und unabhängig von äußerer Hilfe. Der Koch Club spielt dabei die wichtigste Rolle. Darüber hinaus machen die Pädagogen die Kinder und ihre Eltern mit verschiedenen Aktivitäten,bekannt, die außerhalb der Schule stattfinden, z.B.: Sport, um die Kinder und Eltern von einer gesunden Lebensweise zu überzeugen.
  • Die seelische Entwicklung der Kinder wird durch Gespräche mit Spezialisten gefördert. Sie besuchen darüber hinaus mit den Kindern Konzerte und Museen, und wir können feststellen, dass die Kinder dadurch achtsamer geworden sind und sich ihr Interessenkreis erweitert hat, die Atmosphäre im Zentrum hat sich gebessert und die Kinder haben angefangen : "seriöse" Fragen zu stellen.
  • Die psychologischen Probleme wie Ängste, Aggression, mangelndes Selbstbewusstsein, Kommunikationsbarrieren kommen in den Sitzungen mit den Psychologen zur Sprache.

Einblicke Vladikavkaz

In Zukunft erhoffen wir uns die Aufmerksamkeit auch von staatlichen Stellen für bestimmte Bereiche unserer Arbeit. Auf Grund unserer Erfahrungen planen wir  ein Schulungsprogramm für staatliche Stellen  anzubieten.

Im Rahmen des Koch clubs versuchen wir auch die Brücken zu den Eltern zu bauen und laden sie ein, mit ihren Kindern gemeinsam an dem Programm teilzunehmen. So kochen wir einmal im Monat gemeinsam mit den Müttern. Wir gewinnen so besseren Zugang zu den Eltern und auch die Eltern zu uns, darüber hinaus gibt es so einen Anlass, auf die Mutter oder den Vater stolz sein.

Einblicke Vladikavkaz

Die Familienarbeit erfolgt nach einem festgelegten Programm mit den Spezialisten. Oft kann den Familien geholfen werden, wie z.B. bei der Familie B. Als der Vater in das Gefängnis kam, stand die Familie ohne Auskommen da. Die Mutter bekam zunächst emotionale Unterstützung. Sie willigte ein, von ihrem Dorf in die Stadt zu ziehen, um den Anschuldigungen und Anfeindungen der Nachbarn auszuweichen. Nach dem sie sich stabilisiert hatte, konnte sie eine Arbeit finden, mit weiterer Unterstützung lösten sich auch nach und nach die Probleme der Kinder in ihren Sozialverhalten und in der Schule.

Gegenwärtig haben die Mitarbeiter folgende Programme entwickelt.

  • Zur Überwindung emotionaler Probleme bei Vorschulkindern
  • Zur Verbesserung der Eltern - Kind Beziehung
  • Zu den Rechten des Kindes
  • Zuder Entwicklung der Freiwilligenarbeit

Partnereinrichtungen in Sibirien

Kinderzentrum „Hoffnung“ in Slavjanka im Bistum Nowosibirsk

Slavjanka Kochkurs

Das Dorf Slavjanka liegt in Sibirien, 160 km südlich von Omsk im Landkreis Novowarschavka, ein Steppengebiet unweit der kasachischen Grenze. Das Dorf hat circa 2.200 Einwohner, davon sind 65% arbeitsfähige Erwachsene, 20% minderjährige Kinder, 15% Rentner. Früher war das Dorf eine Arbeitersiedlung mit einem großen Reparaturbetrieb für Traktoren. Heute gibt es keinen einzigen Betrieb mehr und damit keine Arbeitsplätze. Die Hälfte der arbeitsfähigen Erwachsenen ist arbeitslos, jeder Dritte hat nur gelegentlich einen geringfügig bezahlten Job. Durch die Perspektivlosigkeit wächst der Alkoholismus, von dessen Folgen fast jede Familie im Dorf betroffen ist.

Slavjanka Sackhüpfen

Heizung und Wasserversorgung funktionieren schon lange nicht mehr, weil die meisten Familien die Kosten nicht bezahlen können. Die vielen leerstehenden Wohnungen sind billig, weil sie in sehr schlechtem Zustand sind. Seit mehreren Jahren werden verschuldete Familien aus Omsk in diese billigen Wohnungen nach Slavjanka umgesiedelt. Erwachsene und Kinder fühlen sich entwurzelt und haben extreme Probleme bei der Integration.

Die Caritas in Omsk  kümmert sich in Slavjanka um Kinder und Jugendliche, deren Familie besonders hart von Armut und Perspektivlosigkeit betroffen sind.

Das Kinderzentrum"Hoffnung"  betreut täglich ca. 25 Kinder, oft sind es mehr, weil sie ihre Freunde mitbringen. Das Sozialamt begleitet und unterstützt  die Arbeit des Kinderzentrums,  Kinder und die Eltern werden einmal wöchentlich  psychologisch betreut.

Hilfe für obdachlose Kinder in Ulan-Ude

Ulan-Ude ist die Hauptstadt der Republik Burjatien und liegt in Sibirien, an der Grenze zur Mongolei.

Ulan Ude Schwestern

Seit 2004 betreuen hier katholische Ordensschwestern und freiwillige Helfer der Caritas obdachlose Kinder und Kinder aus benachteiligten Familien. Häufig sind es "Sozialwaisen", sie haben  Eltern oder zumindest einen Elternteil, doch diese kümmern sich in keiner Weise um die Kinder, weil sie alkohol- oder drogenabhängig sind, und in ihrem eigenen Leben nicht zurechtkommen.

Obdachlose Kinder kommen nicht nur aus armen Familien. Nach offiziellen Statistiken verlassen in Russland  jedes Jahr 90.000 Kinder ihre Familien. Sie leben auf der Straße, in Bahnhöfen, in Eingängen öffentlicher Gebäude, suchen nach Lebensmitteln auf Müllhalden, gehen betteln, leben von der Prostitution, begehen kleiner Diebstähle oder sammeln sich zu schweren Raubzügen. Viele sterben auf der Straße, verschwinden spurlos, oder werden von der Polizei festgenommen. In Ulan -Ude waren es 2014 über 1600 Kinder, die in Polizeigewahrsam genommen wurden.

Ulan Ude Sport

Die freiwilligen Helfer der Caritas und Schwestern des Dominikaner Ordens in Ulan Ude haben deshalb besonderes Augenmerk darauf, obdachlose Kinder aus dem kriminellen Umfeld zu holen und ihnen eine Berufs- und Lebensperspektive zu geben. Medizinische und psychologische Hilfe ist der erste Schritt, den oft sind die Kinder selbst suchtgefährdet. Die Unterstützung und Begleitung ihres schulischen Weges ist ein weiterer wichtiger Schritt. Sie erhalten warme Mahlzeiten und Kleidung. Sie stammen aus  Kleidersammlungen der Gemeinde oder von Spendengeldern . Ohne warme Kleidung ist ein Schulbesuch im sibirischen  Winter mit Temperaturen bis -40°C  nicht möglich.

Ulan Ude Ferienlager

Für die Betreuung der Kinder sind in den letzten Jahren auf dem Gelände der Kirchengemeinde, eigens Räume und sanitäre Einrichtungen entstanden. Die Schwestern haben Fortbildungen der Diözesancaritas besucht und arbeiten mit dem "Zentrum für Prophylaxe von HIV und anderen Infektionskrankheiten der Republik Burjatien"  zusammen.

Der Kontakt zu anderen städtischen Einrichtungen trägt viele Früchte: es gibt gemeinsame Veranstaltungen und auch Ausstellungen, zu denen die Kinder eingeladen werden.

Im Sommer nehmen die Kinder an Ferienlagern und Ausflügen in die Umgebung teil.