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Stand: 24.04.2019

Aktuelles/Februar 2019

Papenburg

Inklusion beginnt im Kindesalter

Mit diesen Worten stellte Daniel Abeln das Konzept der neuen „Unterm Regenbogen – Katholische Kindertagesstätten GmbH“ am Freitag dem FDP-Bundestagsabgeordneten Jens Beeck während eines Besuches in der St. Antonius-Kindertagesstätte in Papenburg vor.

Unterm Regenbogen Katholische Kindertagesstätten GmbH informierte FDP-DelegationDaniel Abeln, Geschäftsführer der Unterm Regenbogen - Katholische Kindertagesstätten GmbH informierte über das Konzept sowie die Baumaßnahmen von inklusiven Einrichtungen.Jürgen Eden/Unterm Regenbogen - Katholische Kindertagesstätten GmbH

 Mit mehreren Kommunalpolitikern war er zu Gast, um sich über das Inklusive Konzept, die bevorstehenden Baumaßnahmen sowie Fachkräftesituation des neugegründeten Trägers zu informieren. Derzeit werden nach Abelns Worten die Kindertagesstätten St. Antonius und St. Franziskus umgebaut. Ein dritter Standort im Bereich der St. Josef-Kirche ist in Planung. Auch in Aschendorf gebe es seitens der Stadt Überlegungen für den Bau eines inklusiven Kindergartens. Um dem gestiegenen Bedarf an Krippenplätzen dort gerecht zu werden, wurde als Übergangslösung eine Kindertagespflege mit zehn Plätzen geschaffen. In jeder Kindertagesstätte soll es nach Abelns Worten  Krippengruppen, Regelgruppen und heilpädagogische Gruppen geben. Ziel der Planungen ist es demnach auch, im Jahr 2020 den Heilpädagogischen Kindergarten vom St. Lukas-Heim in Papenburg vor dem Hintergrund der Inklusion aufzulösen.  Beeck wollte auch wissen, ob es auch Vorbehalte bei Eltern aus Regelgruppen gebe. „Die gibt es sicherlich in Einzelfällen, aber wir holen jedes Kind dort ab wo es steht. Das heißt wir nehmen eine Zieldifferenzierung vor, so dass eine individuelle Förderung entsprechend der unterschiedlichen Begabungen sichergestellt wird“, so Abeln. Die Kindertagesstättenleiterin Heidi Bonk stellte die Praxis dar: „Alle Kinder gehen durch die gleiche Tür und es gibt pro Kindertagesstätte nur eine Leitung. Zum Team gehören jedoch nun neben Erziehern und Sozialassistenten auch Heilerziehungspfleger, Heilpädagogen, Logopäden und Sozialpädagogen“, so Bonk. So machte dabei deutlich, dass kein Kind unterfordert und keines überfordert werden solle.  So gebe es zwar  gemeinsame Spielangebote und Zusammenkünfte in den Gemeinschaftsräumen und im Außenbereich, aber auch individuelle Angebote in den Gruppenräumen. Abeln ergänzte in diesem Zusammenhang, dass sich die Durchlässigkeit mit dem neuen Konzept erhöhe.   „Inklusion ist eine Frage der gesellschaftlichen Haltung. Es ist vollkommen richtig, bereits bei Kindern mit der Inklusion zu beginnen“, lobte Beeck das Konzept. Die Inklusion in Deutschland geschehe nach seinen Worten auf Basis der Behindertenrechtskonventions der UN, zu der sich die BRD mit seiner Ratifizierung verpflichtet habe. Dabei nahm er auch zur Kenntnis, dass es für das neue Angebot derzeit noch unterschiedliche Finanzierungen, nämlich nach dem bundesweit geltenden  Sozialgesetzbuch und dem niedersächsischen Kindertagesstättengesetz gebe. Angesprochen wurde auch der Fachkräftemangel. Abeln machte deutlich, dass die Zahl der Bewerber abgenommen habe, weil die mehrjährige Ausbildung von Sozialassistenten, Erziehern und anderen Fachkräften immer noch ohne Vergütung erfolge und teilweise sogar ein Schulgeld anfalle. Auch Beeck sieht hier nach eigenen Worten Handlungsbedarf.