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Stand: 07.05.2018

Pressemitteilung

Weserlust Hotel:

Großes Interesse an inklusiven Film

Nicht der eigentliche Film „All inclusive“ sondern der Film über den Film mit dem Titel "Weserlust Hotel" fand dort das Interesse der Gäste.

St. Lukas-Heim sprach mit Regisseur und Darstellern des Films Weserlust HotelFoto: Über 200 Menschen mit Behinderungen sahen in den Papenburger Kinos der Familie Muckli den inklusiven Film „Weserlust Hotel“ und konnten mit dem Regisseur und einigen Darstellern sprechen. Unser Foto zeigt (von links) Frank Grabski (Schauspieler), Eike Besuden (Regisseur), Ansgar Ahlers (Kulturreferent), Kevin Alamsyah (Schauspieler), Heinz-Bernhard Mäsker (Geschäftsführer St. Lukas-Heim), Sandra Schmidt (Pädagogische Leiterin St. Lukas-Heim) und Hannelore Sporleder (Schauspielerin). Foto: Jürgen Eden/St. Lukas-HeimJürgen Eden/St. Lukas-Heim

Die Filmgeschichte beginnt fast schon romantisch: Seit Jahrzehnten hat Rosa das „Weserlust Hotel“ geführt. Es liegt direkt an der Weser, mit einem Blick auf den Werder und eine kleine Fähre, die dorthin führt. Rosa ist inzwischen Ende 70. Sie hat einen erwachsenen Sohn, Ricky. Er ist behindert, führt aber ein ziemlich selbstständiges Leben. Früher lebte er bei ihr in Bremen, heute wohnt er auf Norderney, hat aber noch Freunde von früher in der Stadt. „Plötzlich und unerwartet“ stirbt Rosa an einem Herzinfarkt. Die neue Situation wird das Leben in dem Hotel völlig verändern, aber wie, weiß in diesem Moment noch niemand. Ricky (Kevin Alamsyah) übernimmt die Leitung und die Geschichte nimmt einen turbulenten Verlauf und wirft viele Fragen auf. „Die Dokumentation „Weserlust Hotel“ zeigte eindrucksvoll, wie besonders es ist, einen Film mit Menschen unterschiedlicher Talente zu drehen.  Denn neben professionellen Schauspielern hatten auch besondere/behinderte Schauspieler die Haupt- und Nebenrollen übernommen“, sagte Besuden am Rand der Kinoveranstaltung. Erfahrungen hatte er bereits mit dem ersten Kinostreifen „Verrückt nach Paris“ sammeln können. Nach der Vorführung stellte er dem Publikum seine Pläne vor. Denn bei dem eigentlichen Film handele es sich nur um einen Pilotfilm, der das Potential für eine ganze Sendereihe hätte. Das Vorhaben hapert nach seinen Worten jedoch aktuell an Geldgebern. Denn TV-Sender haben sich bisher nicht überzeugen lassen. Daher ist für den Darsteller Kevin Alamsyah nun erst einmal Schluss. „Ich wollte immer Filmschauspieler werden und bin Eike für das Projekt sehr dankbar. Hoffentlich geht es weiter“, so der junge Mann im Gespräch mit dem Lukas-Boten.

Die Wohnheimband sorgte für PremierenlauneDie Wohnheimband vom St. Lukas-Heim umrahmte die Aufführung und sorgte für das richtige Premierengefühl der Gäste im Kino der Familie Muckli.Jürgen Eden/St. Lukas-Heim

Aus Sicht von Heinz-Bernhard Mäsker, Geschäftsführer vom St. Lukas-Heim ist es nicht nachvollziehbar, dass es an Finanziers mangelt, denn schließlich seien Menschen mit Behinderungen Teil der Gesellschaft. In den 1970er-Jahren habe das ZDF mit dem TV-Format „Der große Preis“ im Rahmen der Fernsehlotterie „Aktion Sorgenkind“ (heute Aktion Mensch) mit der regelmäßigen Präsenz um Verständnis für Menschen mit Behinderungen geworben. Heute gehe es um ein Miteinander auf Augenhöhe, die fachlich begleitet werden müsse.  Mit Blick auf die Dokumentation zum Film gibt es nach seinen Worten viele Parallelen zur fachlichen Arbeit der Einrichtung. „Das tägliche Miteinander erfordert viel Fachwissen, Empathie und Geduld“, so Mäsker.  Einen Dank richtete er an den Kulturreferenten Ansgar Ahlers, der die Kontakte zum Regisseur und den Schauspielern herstellte. „Ich fand es sehr beeindruckend, wie der Zeitdruck am Set mit den Gegebenheiten der Menschen mit Beeinträchtigungen in Einklang gebracht wurde. Immer mal wieder kam in dem Film zum Film zum Ausdruck, dass sie sich nicht treiben lassen und sie setzten sich durch“, so der Kulturreferent. Auch er unterstrich die Forderung des Regisseurs, dass TV-Anstalten sich des Themas Inklusion stärker annehmen müssten. „Gerade die öffentlich rechtlichen haben aus meiner Sicht auch den Auftrag, die Inklusion mit Serien zu begleiten“, so Ahlers.  Für das nötige Premierengefühl sorgte übrigens die Wohnheimband  des St. Lukas-Heimes.