Aktuelles/Juli 2018

Papenburg

Netzwerk „Frühe Hilfen“ arbeitet an Erstellung eines Leitbildes

Netzwerktreffen Frühe HilfenRund 40 Teilnehmer aus Kindertagesstätten, Familienzentren und Beratungsstellen, aber auch Hebammen, Ärzte und Vertreter des Marienhospitals kamen zum jüngsten Netzwerktreffen „Frühe Hilfen“ im nördlichen Emsland. Caritasverband Emsland

Die Vermittlung von schnellen, pragmatischen und unbürokratischen Angeboten hat das Netzwerk "Frühe Hilfen" für junge Familien mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren im Fokus. Das fachliche Interesse ist hoch, denn beim jüngsten Netzwerktreffen in Papenburg diskutierten rund 40 verschiedener Einrichtungen und Institutionen über aktuelle Entwicklungen und Weichenstellungen.

Um dem im Jahr 2010 gegründeten Netzwerk einen transparenten Rahmen zu geben, wurde der Entwurf eines Leitbildes vorgestellt. Es ist angedacht, dass beim nächsten Treffen die Verabschiedung  dieses wichtigen Handlungsrahmens erfolgen kann. "Im Mittelpunkt unseres Netzwerkes stehen emsländische Fachkräfte, die in unterschiedlichen Bereichen beruflich Kinder und Eltern betreuen und begleiten. Dazu zählen anerkannte Beratungsstellen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, des Gesundheitswesens sowie der Eltern- und Familienbildung", so Birgit Berssen von der Caritas-Beratungsstelle in Papenburg.

Der Caritasverband für den Landkreis Emsland hat im Jahr 2010 die Federführung für das Netzwerk übernommen. Es besteht dazu nach Berssens Worten eine enge Kooperation mit der Koordinierungsstelle "Frühe Hilfen" beim Landkreis Emsland.

Migration im Mittelpunkt

Aufgrund gesellschaftlicher Veränderungsprozesse gebe es auch im Emsland immer mehr Alleinerziehende und sogenannte Patchworkfamilien, die mit ihren Neugeborenen und Kindern auf besondere  Hilfen in allen Lebensbereichen angewiesen sind. Beim jüngsten Treffen stand auch die Migration im Mittelpunkt. "Oft gibt es in fernöstlichen Ländern noch die traditionellen Familienbilder mit Eltern und Großeltern in einem Haus, so wie wir es noch vor einigen Jahrzehnten kannten", berichtete Berssen. Daher ist es nach ihren Worten nicht untypisch, dass meist Mütter mit Migrationshintergrund isoliert zuhause seien, ohne die hier angebotene Vielfalt an Hilfen zu nutzen. 

Birgit Berssen Frühe HilfenBirgit Berssen vom Caritasverband Emsland ist in Papenburg Ansprechpartnerin des Netzwerkes "Frühe Hilfen". Die Arbeit erfolgt in enger Abstimmung mit der Koordinierungsstelle "Frühe Hilfen" beim Landrkeis Emsland. Jürgen Eden

Erste Ansprechpartner seien meist Kindertagesstätten. So konnte Katharina Trouw vom Deutschen Roten Kreuz (DRK)  über ihre Arbeit in der Beratung und den Unterschieden in verschiedenen  Lebensbereichen berichten. Um sprachliche Barrieren abzubauen, sollte die Kommunikation nach Trouws Worten zwischen Kindertagesstätten und Schulen immer in einfacher Sprache erfolgen. Hilfreich könnten auch Bilder sein.

Angebotslandkarte

Außerdem wurde bei dem Treffen eine Angebotslandkarte für den ländlichen Raum vorgestellt, um Unterstützungangebote aller Anbieter schnell zu erfassen und Kontakte herzustellen. Dazu zählen auch die Frühstart-Mutter-Kind-Gruppen, wo der Austausch mit anderen Müttern im Mittelpunkt steht. Dort erfolgt jedoch auch eine umfassende Alltags- und Lebensbegleitung in schwierigen Situationen, bis hin zu einer frühzeitigen Förderung von Kindern sowie der Vermittlung von Beratungsangeboten und Hilfen.

Neue Netzwerkpartner, die Interesse haben, mitzuarbeiten und sich für junge Familien zu engagieren, sind herzlich willkommen und können sich bei Birgit Berssen, Caritasverband für den Landkreis Emsland, unter Tel. 04961 94410 oder bei Marion Möller, Landkreis Emsland, unter Tel. 05931 441413 melden. Eltern mit kleinen Sorgen oder in schwierigen Situationen können sich zudem an die kostenlose Hotline 0800 1110550 oder übers Internet an www.bke-elternberatung.de wenden.