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Stand: 21.09.2015

Pressemitteilung

Sonnenschein-Preis an 90 Ehrenamtliche verliehen

Emsbüren, 22. September 2013 . Die Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück hat 90 Ehrenamtliche mit dem Sonnenschein-Preis ausgezeichnet. Gewürdigt wurden in diesem Jahr Gruppen und Einzelpersonen, die sich um Familien kümmern - passend zum Thema der diesjährigen Caritas-Kampagne „Familie schaffen wir nur gemeinsam“. Mehr als 250 Menschen wurden für die Auszeichnung vorgeschlagen. Der Stiftungsrat hat sich für insgesamt sieben Projekte entschieden.

Festrednerin bei der Preisverleihung war die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt. Sie bezeichnete Familie als das Wichtigste überhaupt: „In der Familie lernen wir die ersten Schritte – nicht nur beim Gehen. Wir erfahren Geborgenheit, Wissen wird weiter gegeben, Werte und Verantwortung“, so Rundt. „Unser Blick ist in der öffentlichen Wahrnehmung oft auf Leuchtturm-Projekte gerichtet. Das Schöne am Sonnenschein-Preis ist: Hier zeichnen wir Ehrenamtliche aus, die stille Stars sind. Wir müssen alles tun, dass diese Menschen Anerkennung bekommen.“

Der erste Preis und 3.000 Euro ging an das Osnabrücker Projekt „Fit für den Start … und das Baby kann kommen“. Der Familienvorbereitungskurs unterstützt werdende Eltern, ermutigt und berät sie in der ersten Zeit. Stellvertretend für die Initiatorin des Projektes, die ehemalige Gynäkologin Dr. Ursula Hoffmann, hat Kirsten Köhler die Auszeichnung entgegen genommen. Sie sagte: „Im vergangenen Jahr haben wir 160 werdenden Eltern geholfen, darunter auch vielen Vätern. Wir merken: medizinisch sind die Menschen gut versorgt, aber auf den Alltag sind sie oft nicht vorbereitet“, so Köhler. „Die Eltern lernen in dem Kurs bereits während der Schwangerschaft z. B., in wie weit ein Baby ihre Partnerschaft verändert und wie sie mit Signalen der Kinder umgehen können.“

Mit dem zweiten Preis und jeweils 2.500 Euro wurden gleich zwei Projekte gewürdigt: Der „Gemeinsame Mittagstisch im Kirchspiel“ in Emsbüren und die Trauerbegleitung im „Café in spe“ in Twistringen/Bassum. Zum gemeinsamen Mittagstisch kommen etwa 60 bis 70 Menschen. Für viele Menschen ist ein gemeinsames Mitttagessen in Gesellschaft nicht mehr selbstverständlich. Beim Mittagstisch kommen Senioren, Alleinstehende, Alleinerziehende und Asylberechtigte zusammen. Es ist ein Ort des Miteinanders und des Austausches. „Wir kochen ohne Schweinefleisch, damit auch Muslime an dem Mittagstisch teilnehmen können“, sagt Waltraud Ludwig, die stellvertretend für die freiwilligen Helfer den Preis entgegen nahm.

20 Ehrenamtliche engagieren sich für die Trauerbegleitung der Malteser Hospizgruppe Twistringen/Bassum . Die Hilfe reicht von der Begleitung über das Trauercafé bis zum Palliativstützpunkt. 70 Sterbende und ihre Angehörigen sind im vergangenen Jahr begleitet worden. Im „Café in spe“, das die Hospizgruppe Twistringen betreut, finden Trauernde Beratung und Trost. Hier können sie sich mit Menschen austauschen, die Ähnliches durchgemacht haben. Weihbischof Johannes Wübbe dankte den Trauerbegleitern: „Sie leisten eine wertvolle Arbeit. Jeder Mensch hat ein Recht auf Würde – vom Beginn des Lebens an bis in die letzte Phase.“

Das Projekt „Jedes Kind braucht einen Engel“ aus Osnabrück erhielt den dritten Preis mit 2.000 Euro. Insgesamt engagieren sich 50 Ehrenamtliche im Alter von zwölf bis 80 Jahren in den Bereichen Hausaufgabenhilfe, Sozialer Laden und Ferienbetreuung. Die Mitglieder stammen aus der Evangelisch-lutherischen Petrusgemeinde Gretesch-Lüstringen-Darum. Weihbischof Wübbe sagte bei der Preisverleihung: „Gottes Engel auf zwei Beinen – das sind Sie“.

Drei Einzelpersonen erhielten zum Dank für ihr Engagement einen Gutschein für ein Wochenende auf Norderney: Mechthild Erdmann aus Osnabrück, Katrin Raterink aus Freren und Bernd Kunz aus Merzen.

Mechthild Erdmann begleitet seit 2010 eine verfolgte Familie im Zeugenschutzprogramm. Sie betreut eine alleinerziehende Mutter bei alltäglichen Herausforderungen, Erziehungsfragen und Sorgen, hat ein offenes Ohr für die Probleme der Kinder und unterstützt die Mutter dabei, eine Beschäftigung zu finden.

Katrin Raterink engagiert sich im „Eltern-Kind-Treff – Gemeinsam in Bewegung“ im Familienzentrum St. Elisabeth in Haren. Hier gibt sie Eltern Anregungen für die Entwicklungsförderung ihrer Kinder und steht bei Fragen und Sorgen mit Rat und Tat zur Seite. Das Angebot richtet sich auch an Menschen mit Migrationshintergrund und psychosozial belastete Familien.

Gartenarbeiten, Umzugsservice und Reparaturarbeiten – wenn Hilfe benötigt wird, ist Bernd Kunz zur Stelle. Seit 10 Jahren unterstützt er zusammen mit seinen Kollegen der Firma UPS die Kinderkrippe „Rasselbande“ und andere Einrichtungen der Caritas. Ein Anruf genügt und er stellt ein Team zusammen, das vor Ort hilft.

Zum Hintergrund:

Das Preisgeld kommt den Projekten und Aktivitäten der Ehrenamtlichen zu Gute. Der Preis für ehrenamtliches Engagement ist nach Carl Sonnenschein benannt. Der katholische Priester wirkte unter anderem in Berlin als Sozialreformer. Ein wichtiges Anliegen Sonnenscheins war die Förderung sozialen Engagements eines jeden Katholiken. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und wurde in diesem Jahr zum 7. Mal verliehen.

Bildunterschrift:

Caritas-Gemeinschaftsstiftung würdigt 90 Ehrenamtliche mit Sonnenschein-Preis.