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Stand: 28.09.2015

Aktuelles/September 2015

Bistum Osnabrück

„Wir brauchen Mut, den Panzer des Alten abzuwerfen“

Preisträger Sonnenschein-Preis 2015

1. Preis (3.000 Euro): Anpackerkreis Aurich

AurichLudger Abeln (l.) und Weihbischof Wübbe (r.) mit Maria Dellwisch und Dorle Dietrich.

Der Anpackerkreis in Aurich ist ein großes Netzwerk Ehrenamtlichen mit ganz unterschiedlichen Qualifikationen: Juristen, Elektriker, Krankschwestern, Lehrer, Erzieher, Köche und viele weitere Berufsgruppen sind vertreten und alle bieten ihre fachliche Hilfe für andere an. Das Ziel ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. So können hilfesuchende Menschen auf schnelle, unkomplizierte und fachliche Hilfe vor Ort setzen. Neben den Erwachsenen Anpackern hat sich zudem mittlerweile ein Jugend-Anpackerkreis gebildet.

1. Preis (3.000 Euro): Förderverein Jugendsozialarbeit Alfhausen

AlfhausenDie Aktiven des Fördervereins Jugendsozialarbeit Alfhausen.

Im Landkreis Osnabrück ist Alfhausen bekannt für seinen Jugendtreff. Seit über zehn Jahren gibt es in dem kleinen Ort eine Jugendsozialarbeiterstelle, die von der Bevölkerung initiiert wurde. Grund war damals der Zuzug von russlanddeutschen Spätaussiedlern. Die Integration der Kinder und Jugendlichen ist dem Jugentreff durch vielfältige Angebote für Kinder, Jugendliche und Eltern bestens gelungen. Seit 2012 gibt es nun auch den Förderverein Jugendsozialarbeit Alfhausen e.V., der sich für die Fortsetzung der Jugendarbeit vor Ort stark macht.

2. Preis (2000 Euro): Förderverein Kleine Leute e.V. Andervenne

Andervenne

Der Förderverein Kleine Leute e.V. setzte sich seit 2004 für den Kindergarten und die Grundschule in Andervenne ein. Das Ziel: die Förderung und Unterstützung von Erziehungs- und Bildungsaufgaben. Praktisch heißt das, der Förderverein hilft, wo Hilfe gebraucht wird, sei es bei der Anschaffung von Lern- und Spielmaterialien, einer neuen Sandkastenabdeckung oder durch die Übernahme von Fahrtkosten zu kulturellen Veranstaltungen.

Sonderpreise (1.000 Euro) Inobhutnahme-Einrichtung für männliche, junge Flüchtlinge in Bremen

Bremen

Inge Hajen und sechs weitere Ehrenamtliche geben Deutschunterricht für Flüchtlinge. In der Inobhutnahme-Einrichtung ION Berckstraße im Stadtteil Bremen Horn, das minderjährige unbegleitete männliche Flüchtlinge betreut, bieten sie jeden Montag für zwei Stunden einen offenen Deutschkurs an. "Deutsch zum Ankommen und Losleben" nennt sich der Kurs und der Name ist Programm. Die Ehrenamtlichen nehmen sich Zeit, organisieren gemeinsame Ausflüge in die Umgebung oder gehen gemeinsam einkaufen und setzen den Deutschunterricht auch mal im Supermarkt fort. Die Flüchtlinge kommen aus stark ländlich geprägten Räumen und sind auch deshalb froh über Hilfe bei der Orientierung in städtischen Strukturen.

Sonderpreis (500 Euro): Unterstützung für Flüchtlinge Neßmersiel

Neßmersiel

Vier Ehrenamtliche kümmern sich um Flüchtlinge, die in dem abgelegenen Neßmersiel untergebracht wurden. Mit viel Engagement vermitteln sie die deutsche Sprache und Kultur. Da die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel schlecht ist, begleiten die Ehrenamtlichen die Flüchtlinge auch zu Veranstaltungen in die größeren Dörfer in der Nähe. Ohne diesen Einsatz wären die Flüchtlinge weitgehend auf sich gestellt.

Gutschein für die Caritas-Inseloase Norderney im Wert von 500€: Angelika Mensen und Jack-Russel-Terrier Leo aus Sögel

Sögel

Angelika Mensen und ihr Jack Russel Terrier Leo kommen wöchentlich zur Kurzzeitpflege ins Hümmling Hospital Sögel, um die Gäste und Patienten zu besuchen. Für die Patienten ist das eine besondere Bereicherung, denn Leo ist zutraulich, lässt sich gern streicheln und wirkt gerade bei älteren Menschen in besonderer Weise aktivierend. Jeden Mittwoch ist das "Highlight" im Stationsalltag der Besuch von Angelika Mensen und ihrem Hund Leo.

"Stadt - Land - Zukunft: Fülle Dein Land mit Leben" ist das Motto der diesjährigen Caritas-Kampagne und des Sonnenschein-Preises. 10.000 Euro stellt die Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück jedes Jahr für den Preis zur Verfügung, um freiwilliges Engagement zu würdigen und zu fördern. In diesem Jahr wurden ehrenamtlich engagierte Gruppen und Einzelpersonen ausgezeichnet, die sich für den sozialen Zusammenhalt im ländlichen Raum einsetzen.

Bewerbungsrekord: 39 Initiativen, 758 Engagierte

In den Wochen zuvor hatte der Stiftungsrat unter Vorsitz von Weihbischof Johannes Wübbe 39 Vorschläge gesichtet, in denen sich insgesamt 758 Ehrenamtliche engagieren. Wübbe betonte: "Uns ist die Auswahl sehr schwer gefallen. In der neunjährigen Geschichte des Sonnenscheinpreises haben wir noch nie soviele Vorschläge erhalten. Das ist ein beeindruckendes Zeugnis für den sozialen Zusammenhalt auf dem Land!"

Caritasdirektor Franz Loth ging in seinem Festvortrag der Frage nach, was wichtig ist für die Zukunft der Dörfer. "Wir brauchen Mut für Neues. Dafür müssen wir den Panzer des Alten abwerfen, ist Loth überzeugt." Den Preisträgern bescheinigte er eine weitere wichtige Eigenschaft, um zukunftsfähig zu sein: "Wir benötigen Mut zum Kundschaften. Sie sind solche Kundschafter. Ohne Sie gäbe es keine neuen Wege."

Der Sonnenschein-Preis: Der Preis für ehrenamtliches Engagement ist nach Carl Sonnenschein benannt. Der katholische Priester wirkte unter anderem in Berlin als Sozialreformer. Ein wichtiges Anliegen Sonnenscheins war die Förderung sozialen Engagements eines jeden Katholiken. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und wurde in diesem Jahr zum 9. Mal verliehen.