Aktuelles / Februar 2018

Meppen

Help4Work

„Der Frauenanteil in der Pflege ist mit 95 Prozent besonders hoch. Oft leisten unsere Fachkräfte weit über das normale Maß hinaus Dienst am Nächsten: Meistens handelt es sich um Mütter, die dann auch in den Familien immer funktionieren müssen und ihre eigenen Belange zurückstellen“, sagt die Projektleiterin Sonja Stagge vom Caritas-Pflegedienst Geeste-Twist. Als Stressfaktoren gelten nach ihren Worten zum Beispiel die ständig wechselnden Einsatzorte.

Help4WorkDer Caritas-Pflegedienst Emsland Mitte stellte am Montag das Pilotprojekt "Help4Work" vor. Unser Foto zeigt (von links) Martin Schnellhammer von LivingLab, die Pflegedienstleitern Gabriele Fehnker, Geschäftsführer Marcus Drees, Christa Ahlers von der Mitarbeitervertretung und Projektleiterin Sonja StaggeJürgen Eden, Caritas-Pflegedienst Emsland Mitte

In einem  flächenstarken Landkreis wie dem Emsland werde der fachliche Austausch und die Einschätzung pflegerischer Situationen deutlich erschwert, da weitere Fachkräfte zu weit vom eigenen Einsatzort entfernt tätig sind. Aber auch die gestiegenen Anforderungen an die Dokumentation der geleisteten Tätigkeiten erforderten inzwischen derartig viele Ressourcen, dass sie nicht selten außerhalb der regulären Dienstzeit ausgeführt werden. Um die Risiken von Fehlentscheidungen zu minimieren, aber auch um Stress im dienstlichen wie privaten Umfeld zu reduzieren und Krankheiten zu vermeiden, wird daher im Emsland das neue Projekt „help4work“ schrittweise eingeführt. „Tablets und Smartphones sind  heute nahezu in jedem Haushalt präsent und verdrängen sogar PC und Laptop. Warum sollen wir diese leicht zu bedienenden Geräte nicht für unsere mobilen Dienste nutzen?“, fragt Marcus Drees, Geschäftsführer vom Caritasverband Emsland.

Zunächst werden acht Fachkräfte mit einem Ipad ausgestattet. Per Videokonferenz können sie künftig mit der Pflegedienstleitung, einer weiteren Fachkraft oder in Gruppen Problemlagen erörtern, virtuell an Dienstbesprechungen teilnehmen oder auch per E-Learning an Weiterbildungen teilnehmen. Der elektronische Sprachassistent des Tablets soll auch die Dokumentation und Leistungserfassung vereinfachen. Derzeit nehmen acht Fachkräfte in Twist an Schulungen teil. Im Anschluss erfolgt eine achtmonatige Modellphase. „Dann werden wir genau hinschauen, ob die Mitarbeitenden eine psychische Entlastung erleben, Fahrzeiten verkürzt oder vermieden werden können und die Teamanbindung optimiert werden konnte“, versichert Drees. Gesamtgesellschaftliche Vorteile sieht er in der Stärkung des ländlichen Raumes. Denn Dank der Digitalisierung könne die Daseinsvorsorge verbessert werden. Daher fördert das Land Niedersachsen das Vorhaben mit Mitteln aus dem Programm „Pflege im ländlichen Raum stärken“. Außerdem gehe mit der Verkürzung von Fahrzeiten auch die Reduzierung von Umweltbelastungen einher sowie im Rahmen der Fürsorge um die Reduzierung von Gesundheitsrisiken.