Aktuelles/März 2018

Osnabrück

"Sprachmittlung ist für Integration von großer Bedeutung"

SPUK neu

Der Caritasverband für die Diözese (DiCV) Osnabrück begrüßt ausdrücklich den Beschluss der Integrationsministerkonferenz (IMK), qualifizierte Sprachmittlung für Migranten in Zukunft bundesweit stärker zu fördern und die Finanzierung der Sprachmittlungs-Einsätze im Sozialgesetzbuch zu verankern.

Caritasdirektor Franz Loth wertet diesen Beschluss sehr positiv:  "Dieser wichtige Schritt kam aufgrund der Initiative der Länder Niedersachsen und Sachsen zustande, deren Engagement für dieses Anliegen wir sehr wertschätzen. Insbesondere die Aufforderung der Länder, die Sprachmittlung im Sozialgesetz festzuschreiben, ist für die Integration vor Ort von großer Bedeutung."   

Sprachmittlung verbessert Kommunikation

Sprachmittlung ist eine Dienstleistung, die die Verständigung zwischen Migranten und z.B. Behörden wesentlich verbessert. Sprachmittler sind besonders qualifizierte Männer und Frauen, die Behörden, Ärzten, Krankenhäusern und anderen Auftraggebern zur Verfügung stehen, wenn es um Gespräche mit Klienten geht, mit denen die Verständigung wegen der Sprachbarriere sonst schwierig wäre.

"Der Beschluss der IMK setzt ein klares Zeichen dafür, dass Sprachmittlung für die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit geringen Deutschkenntnissen notwendig ist und nicht durch Ehrenamtliche oder Familienmitglieder erfolgen sollte. Dabei ist zu betonen, dass die IMK sich deutlich für eine bezahlte und qualifizierte Umsetzung der Sprachmittlung ausgesprochen hat," erläutert Caritas-Mitarbeiter Stephan Kreftsiek.

"Für die Sprachmittlung fallen zwar zunächst Kosten an, in viel größerem Maße ermöglicht sie aber langfristig Kostenersparnisse zum Beispiel durch die Vermeidung aufwendiger medizinischer Anamneseverfahren, durch eine umfassende Beratung der Zugewanderten oder  durch eine gute Zusammenarbeit mit Eltern in Schulen und Kindertagesstätten."

2017: 4.500 Einsätze allein in Region Osnabrück

In der Region Osnabrück setzt der DiCV Osnabrück seit mehr als zehn Jahren das Angebot der Sprach- und Kommunikationsmittlung, SPuK, um. Das Dienstleistungsangebot wird von kommunalen Diensten und Einrichtungen sowie von weiteren Auftraggebern aus dem sozialen, medizinischen und Bildungsbereich intensiv genutzt.

Der Bedarf wird deutlich, wenn man die Entwicklung der letzten Jahre betrachtet. Kreftsiek dazu: "In 2014 haben wir ca. 780 Einsätze mit knapp 1.100 Stunden Dienstleistung erbracht. In 2017 waren die 81 Sprach- und Kommunikationsmittelnden des Osnabrücker Netzwerkes in über 4.500 Einsätzen mit rund 6.200 Stunden aktiv."

Region Osnabrück ist Vorreiter

Das Konzept, das vom DiCV Osnabrück entwickelt wurde, wurde auch von anderen deutschen Städten übernommen, zum Beispiel in Saarbrücken und Schwerin. Stephan Kreftsiek ist vom Beschluss der Integrationsminister sehr angetan: "Wir freuen uns, dass dieses praxisbewährte Instrument der interkulturellen Öffnung nun auch bundesweit Schule machen kann."    

Der DiCV Osnabrück fordert dazu auf, diesen Beschluss nun rasch gesetzlich zu verankern. Dies kann durch eine Gesetzesinitiative des Bundesrates erfolgen, ebenso bietet die Ministerpräsidentenkonferenz im Juni hierzu eine Gelegenheit, die Aufforderung der Integrationsminister der Länder auf der Bundesebene zu realisieren.