Aktuelles / August 2017

Osnabrück

Rückkehrberatung für Geflüchtete ab sofort in Osnabrück

Drei Personen vor einem in Stein gemeißelten Caritas-LogoMagdalena Kruse (Mitte) vom Raphaelswerk wird künftig die Rückkehrberatung in Osnabrück anbieten. Der stellvertretende Caritasdirektor Günter Sandfort und die Caritas-Flüchtlingsreferentin Margret Pues begrüßten die Kollegin.Bild: Caritas / Roland Knillmann

Ab Mitte August bietet das Raphaelswerk in Zusammenarbeit mit dem Osnabrücker Caritasverband eine Rückkehrberatung für Geflüchtete an.

Günter Sandfort, stellvertretender Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück e.V., erläutert den Hintergrund des neuen Angebotes: "Wir begegnen in der Flüchtlingsberatung immer mehr Geflüchteten, die in ihre Heimat zurückkehren wollen oder müssen. Deshalb freuen wir uns, dass das Raphaelswerk, ein Fachverband der Caritas, mit seiner Jahrzehnte langen Erfahrung nun auch in Osnabrück eine kompetente Rückkehrberatung gewährleistet".

Konkret bedeutet dies, dass die Sozialpädagogin  Magdalena Kruse alle 14 Tage in der Osnabrücker Caritasberatungsstelle eine Sprechstunde anbietet. 

Aktuelles Ziel der deutschen Flüchtlingspolitik sei, so Kruse, Menschen, die keine Bleibeperspektive haben oder aus sicheren Herkunftsländern kommen, schnell in ihre Heimatländer zurückzuführen. "Umso mehr sehen wir es als unsere Aufgabe an, diesen Personenkreis umfassend zu beraten, mögliche Perspektiven hier und im Heimatland aufzuzeigen, eine Rückkehr in Würde zu ermöglichen und über Hilfen zum Start im Heimatland zu informieren oder diese zu vermitteln."

Kruse betont, dass die Beratung ergebnisoffen ist. Margret Pues, Flüchtlingsreferentin der Caritas, ist dies wichtig: "Mit einer ergebnisoffenen Beratung können wir mit den  Ratsuchenden zusammen Perspektiven erarbeiten. Die Geflohenen können dann eigenständig und ohne Druck eine Entscheidung treffen. 

Magdalena Kruse berichtet über die Hauptgründe für eine Rückkehr: "An erster Stelle geht es um familiäre oder persönliche Gründe, dann folgen abgelehnte Asylanträge und Ausreiseaufforderungen. Gesundheitliche Gründe, Heimweh, Perspektivlosigkeit und auch die fehlende Möglichkeit, die Familie nachzuholen, sind weitere Aspekte." Der Schwerpunkt ihrer Arbeit, so Magdalena Kruse, liegt auf der Beratung von Personen, die besonders verletzbar sind: "Da geht es zum Beispiel um alleinreisende Mütter mit  Kindern, Großfamilien oder alte und kranke Personen."

Günter Sandfort freut sich über die Kooperation mit dem Raphaelswerk: "Wir gehen davon aus, dass der Bedarf an Rückkehrberatung weiterhin steigen wird. Umso wichtiger ist es, dass wir nun dieses Hilfeangebot einrichten können. Die freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen in ihr Herkunftsland ist doch viel humaner und sollte daher immer Priorität vor einer Abschiebung haben." 

Bereits seit 1871 berät das Raphaelswerk Auswanderer. In Niedersachsen ist es seit vielen Jahren im Raum Hannover mit einem umfassenden Beratungsangebot präsent.  
Die Caritas finanziert das neue Angebot in Osnabrück mit jährlich 15.000 Euro.

Die Sprechstunde findet ab dem 16. August alle zwei Wochen in den ungeraden Wochen, jeweils mittwochs von 10:30 bis 13:30 Uhr in der Caritasberatungsstelle Große Rosenstr. 39 / 40, Osnabrück  statt. Die Terminvereinbarung erfolgt über die Caritas-Migrationsberatungsstellen vor Ort oder direkt über das Raphaelswerk Hannover (Tel: 0511 7005206-11).