Das Hausgemeinschaftskonzept

Hausgemeinschaften sind überschaure Einheiten, die es ermöglichen Alltagsnormalität zu erleben. Durch Präsenzbetreuung und Alltagsbegleitung werden die Bewohner kontinuierlich betreut.

Lebensqualität bedeutet für viele Menschen eine Mischung aus Selbstständigkeit, Privatheit, Vertrautheit und Geborgenheit. Diese Elemente schaffen einen – insbesondere für demenziell erkrankte Bewohner – wichtigen Rahmen der Verlässlichkeit.

Im einzelnen heißt das für unser Hausgemeinschaftskonzept folgendes:

Zimmer

  1. Selbständigkeit
    Ein barrierefreies Umfeld ist wichtig für den ermöglicht den Ausgleich körperlichen Hilfebedarfs und so den weitgehenden Erhalt der Selbstständigkeit; die Integration in die Gemeinde und die räumliche Nähe zum bisherigen Wohnumfeld der Bewohner besonders für demenziell erkrankte Bewohner sind wichtig. Werden sie entwurzelt, so fehlen die Orientierungspunkte, die sie sich während ihres Lebens geschaffen haben; eine ortsnahe zentrale Lage erhält und fördert die Selbstständigkeit der Bewohner in vielen Bereichen des täglichen Lebens; auch Freunden und Angehörigen wird es erleichtert, "mal eben vorbeizuschauen".

  2. Privatheit
    Eine wichtige Funktion der Privatsphäre ist die Funktion der "persönlichen Autonomie", die vor allem durch die Vorhaltung eines Einzelzimmers erfüllt wird. Die Funktion ‚persönliche Autonomie‘ bezieht sich auf den Glauben an die Einzigartigkeit des Menschen und seinen Wert als Individuum.
    Zur Einhaltung der Privatsphäre gehört auch ein eigenes Duschbad und WC.

  3. Vertrautheit

    HausgemeinschaftDie Gemeinschaftsräume sind hell und gemütlich eingerichtet.

    Vertraute Sinneswahrnehmungen bieten auch verwirrten Bewohnern wichtige Orientierungspunkte. Verloren gegangene Alltagskompetenzen werden geweckt, Erinnerungen wachgerufen und damit Wohlbefinden ausgelöst. Neben einer ansprechenden, überschaubaren Architektur sind besonders Stimulationen durch Geräusche und Gerüche wichtig. Wie in der Hausgemeinschafts-Küche: Hier spielt sich - wie in den meisten "normalen" Haushalten auch - das Gemeinschaftsleben ab. Die Bewohner können sich aktiv am Kochen beteiligen. Oder sie sitzen einfach dabei. So werden Erinnerungen belebt. In der Küche sitzen, den frischen Kaffee riechen, die Zwiebeln in der Pfanne brutzeln hören, dazu den Lieblingsschlager im Radio hören. Die vertrauten Eindrücke durch viele sinnliche Stimulationen (riechen, schmecken, hören, tasten, sehen) sorgen gerade bei demenziell Erkrankten für eine bessere Orientierung und damit für mehr Sicherheit und Lebensqualität.
    Vertrautheit wird in Hausgemeinschaften zusätzlich durch die feste Bezugsperson geschaffen. Das Eingebettetsein und somit der Bezug zu einem sozialen Netz bekannter Menschen, wie auch dessen Beständigkeit, hilft der Orientierung.

  4. Geborgenheit
    Geborgenheit ist von Privatheit und Vertrautheit abhängig. Geborgenheit wird durch Zusammenspiel von räumlichem Schutz und das Gefühl von Sicherheit geschaffen. In einer lebendigen Mitte (Wohnzimmerküche) zentriert sich das Gemeinschaftsleben, Erinnerungen werden neu belebt, die Orientierung und somit auch das Sicherheits-, Zusammengehörigkeits- und Geborgenheitsgefühl gefördert.

 

Grundriss 1. OG St. FranziskusGrundriss 1. Obergeschoss mit Hausgemeinschaft 3 (links) und 4 (rechts). Im mittleren Bereich sehen Sie die beiden Gemeinschaftsbereiche mit den Wohnküchen.