Kuhprojekt

Gerade in den ländlichen Gebieten Russlands herrscht große Armut. Viele Betriebe wurden in den 90er Jahren geschlossen. Junge Menschen verlassen ihre Familien, um in den großen Metropolen Arbeit zu finden. Zurück bleiben kinderreiche Familien mit ihren Müttern und alte Menschen.

Mit Kartoffeln und Gemüse aus den Gärten können sich einige dieser Familien im Sommer "über Wasser halten". Doch im Winter fehlen nicht nur Nahrungsmittel, es fehlt auch das Geld für Heizung und Medikamente.

Eine Kuh hilft aus der schlimmsten Krise und gibt langfristig Sicherheit und Stabilität, aus der die Familie Kraft schöpfen kann. Die Verpflegung mit Milchprodukten ist gesichert und mit dem Verkauf kann zusätzlich etwas Geld für den Unterhalt verdient werden.

Weitere Informationen

Wie funktioniert das Projekt?

  • Aktuell kostet eine Kuh 800 Euro
  • Priester, Ordensleute oder Mitarbeiter der Caritas vor Ort wählen eine bedürftige Familie aus. Nach Erhalt des Spendengeldes erhält die  Familie  eine Kuh, für einen Restbetrag bekommt  sie noch etwas Geld für Futter, eine Stallreparatur oder für die Anschaffung eines gebrauchten Kühlschranks, zur Kühlung der gewonnen Produkte
  • Die neuen Kuhbesitzer verpflichten sich, das erste neugeborene Kalb an eine andere bedürftige Familie abzugeben
  • Der Spender in Deutschland erhält neben der Spendenbescheinigung einen Bericht über die Familie, ein Foto und ein Dankesschreiben.

Zwischenbilanz: Schon mehr als 500 gespendete Kühe

Im September 1999 begann dieses Projekt mit einer Anfrage von Bischof Clemens Pickel aus Saratov an Ottmar Steffan, Referent beim Caritasverband für die Diözese Osnabrück. Bischof Pickel bat um Hilfe für eine notleidende Familie in Marx an der Wolga und hatte die Idee, dieser Familie eine Kuh zu schenken.

Gleich aus drei katholischen Kirchengemeinden des Bistums Osnabrück gab es Zusagen, eine Kuh zu finanzieren.

Innerhalb von nur fünf Jahren hat sich aus dieser ersten Kuhspende die Aktion "Eine  Kuh für Marx" entwickelt, eines der bekanntesten Projekte der Partnerschaft zwischen dem Caritasverband für die Diözese Osnabrück und dem Bistum St. Clemens.

Bis heute konnten mehr als 500 Kühe an notleidende Familien in Russland verschenkt werden. Im Verwaltungsbezirk Omsk haben allein zwischen 2010 und 2012 95 Familien Kühe und weitere 59 Familien Kälbchen erhalten.

Das sagen die neuen Kuhbesitzer

Familie Artamonov

Familie Artamonov

Familie Artamonov  musste vor 2 Jahren unser gesamtes Vieh für die Operation ihres Sohnes schlachten.  "Von unseren Mitteln hätten wir nie eine Kuh kaufen können. Wir verbeugen uns vor ihrer Hilfe."

Großmutter Olga Fedeva  und die Familie ihres Sohnes Evgenij  können es immer noch nicht fassen: 

"Von ganzem Herzen danken wir Gott und Ihnen für ihre gute Tat. Unser Geld reichte nicht einmal um Milchprodukte zu kaufen. In Zukunft wird die Kuh die Ernährerin unserer Familie sein. Kommen sie doch einmal zum Milchtrinken vorbei!"

 

Familie G. aus dem Omsker Oblast

Alena, geboren 1981, ist alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Bei ihrem Sohn Kirill verschlechtert sich die Sehkraft jedes Jahr und er braucht oft eine neue Brille. Ihre Tochter Dominika besucht den Kindergarten. Alena Alexandrovna wohnt mit ihrer Mutter (Renterin) zusammen. Die Familie wünscht sich eine Kuh zu halten, doch fehlt das Geld für den Erwerb von einer Kuh. Das gemeinsame Einkommen der Familie beträgt 5.949 Rubel (149 €).

An die Caritas schrieb Familie G. im Juli 2012:

"Wir äußern eine tiefe Dankbarkeit an Sie für die geleistete Hilfe für meine Familie. Unsere Familie hat schon seit Langem geplant, eine Kuh anzuschaffen. Es gab jedoch den Mangel an Geld. Wir haben uns über Ihre Hilfe sehr gefreut. Sie sind ein weiser Mensch, der die Situation der bedürftigen Menschen erkennt und dann hilft. Herzlichen Dank!"


 

Familie M. aus dem Omsker Oblast

Kanat Ibragimovitsch, geboren 1971, arbeitet zurzeit nicht wegen des Mangels an Arbeitsplätzen. Er bemüht sich mit Saisonarbeit etwas Geld zu verdienen. Seine Frau Gulsum Darbaevna, geboren 1970, arbeitet als Krankenschwester im Sozialamt. Die Kinder, Adina und Almas, haben oft Erkältungen und brauchen deshalb eine ausgeglichene Ernährung. Das gemeinsame Einkommen der Familie beträgt 6.470 Rubel (161,75 €).

An die Caritas schrieb Familie M. im Juli 2012 folgendes:

"Die Wohltätigkeit sind keine Almosen. Vor allem ist es die Unterstützung einer Familie und die Möglichkeit ihr die Chance zu geben, vorübergehende Schwierigkeiten zu ertragen und die Kräfte zu finden weiter zu leben. Meine Familie mag Milchprodukte. Wegen der Preise in den Läden, des armseligen Lohnes meiner Frau und meiner vorübergehenden Einkommen konnte ich jedoch Milch, Quark und Schmand nicht oft kaufen und Käse hatten wir nur zu einem Fest. Und jetzt gibt die Kuh morgens bis zu acht und abends bis zu zehn Liter Milch. Aus Milch machen wir Schmand, Quark, Käse und Butter. Danke Ihnen!"

 

Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat der wirtschaftliche Aufschwung einigen wenigen Menschen großen Reichtum gebracht – die meisten Menschen konnten hiervon jedoch nicht profitieren. Clemens Pickel, Bischof im südrussichen Saratov, bat die Caritas in Osnabrück 1999 um Hilfe. mehr

Das Blog der Caritas-Russlandhilfe

Kuhblog

Hier erhalten Sie Einblicke in die tägliche Arbeit von Ottmar Steffan und der Russlandhilfe – aktuell und persönlich: 

blog.eine-kuh-fuer-marx.de