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Stand: 31.08.2017

Pressemitteilung

50 Jahre St.-Lukas-Heim:

Neue Chronik an Bürgermeister übergeben

Papenburger Bürgermeister hält 50-jährige Geschichte vom St.-Lukas-Heim in der HandHält als erster Bürger der Stadt Papenburg nun die 50-jährige Geschichte vom St.-Lukas-Heim in der Hand: Bürgermeister Jan-Peter Bechtluft (Bildmitte) erhielt als erster Papenburger die druckfrische Ausgabe der Chronik vom St.-Lukas-Heim vom Geschäftsführer Heinz-Bernhard Mäsker (links) und Autor Jürgen Eden (rechts) überreicht. Das 184-seitige Gesamtwerk erstmals am 25. August beim Konzert vom Luftwaffenmusikkorps und dann ab dem 1. September erhältlich. Karin Evering, Stadt Papenburg

Papenburg. Warum hatten es die Thuiner Franziskanerinnen so schwer, das St.-Lukas-Heim in den ersten beiden Jahren mit Leben zu füllen? Was sind die Hintergründe für das anschließend rasante Wachstum und die ersten Veränderungsprozesse? Wie wird die vielzitierte Inklusion gestaltet und wo geht die Reise hin? Diese und viele weitere Fragen werden in der Chronik „Vom Abseits ins Mittelfeld“ beantwortet, die zum 50.-jährigen Bestehen vom St.-Lukas-Heim erschienen ist.

„Es war der damalige Bischof Dr. Helmut-Hermann, der die gesellschaftlichen Veränderungen erkannte. Mit dem landwirtschaftlichen Strukturwandel und der Zunahme von Industrie und Gewerbe im Emsland nahm die Zahl der Großfamilien ab“, so Heinz-Bernhard Mäsker. So war es aus seiner Sicht eine logische Folge, dass ein kirchlicher Träger, in diesem Fall der Caritasverband Osnabrück Strukturen schuf, die eine institutionelle Förderung von Menschen in den Mittelpunkt rückte und gemeinsam mit den Thuiner Schwestern das ehemalige bischöfliche Schülerheim am Gasthauskanal zunächst in ein Heim und eine Tagesstätte für die Betreuung und Förderung von geistig und körperlich behinderten Kinder und Jugendliche umwidmete. In der Chronik erzählen auf 184 Seiten Zeitzeugen aus verschiedenen Blickwinkeln über ihre Wahrnehmungen in und aus den Einrichtungen, aber auch über die Veränderungsprozesse in der Gesellschaft. „In den 1970er-Jahren begann ein Umdenken in vielen Bevölkerungsteilen, was den Umgang mit behinderten Menschen betraf. Die materiellen Kriegsfolgen waren zum Großteil beseitigt und man entwickelte sogenannte „beschützende Einrichtungen“, die sich um das Wohl von körperlich, geistig und psychisch behinderten Menschen kümmerten und damit die nicht selten überforderten Familien entlasteten. Diese Menschen hatten nach Beendigung der verbrecherischen und menschenverachtenden Nazi-Diktatur wieder gute Chancen, mit immer besser werdenden medizinischen und pädagogischen Hilfen ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Der Anfang war aber durchaus beschwerlich, sagt Schriftleiter und Autor Jürgen Eden. Zahlreiche regionale Vereine in und um Papenburg organisierten Benefizaktionen und sammelten auf Festen viel Geld ein um es dem St.-Lukas-Heim für den weiteren Aufbau der Einrichtung zur Verfügung zustellen. Bundesweit half die flächendeckende Einführung des Farbfernsehers. Denn mit Sendungen wie beispielsweise „Der große Preis“ war das Thema plötzlich in allen Wohnzimmern präsent und sorgte noch einmal für die zusätzliche finanzielle Unterstützung der Einrichtungen über diese Lotteriemittel. Aber auch der damalige relativ finanzschwache Landkreis Aschendorf-Hümmling nahm diesen hilfebedürftigen Personenkreis wahr und sah es als seinen sozialstaatlichen Auftrag an, diese Art von Einrichtungen zu fördern. Bei der Errichtung von Gebäuden, wie beispielsweise dem Heilpädagogischen Kindergarten, der Tagesbildungsstätte sowie der Erweiterung des damaligen Kinderhauses wurde finanzielle Unterstützung geleistet. Die Stadt Papenburg, mit dem damaligen Bürgermeister Heinrich Hövelmann an der Spitze, hatte immer ein offenes Ohr für die Belange des St.-Lukas-Heims und unterstütze die Verantwortlichen bei den notwendigen Erweiterungsplanungen. Denn die Menschen mit Behinderungen entwuchsen der Schulpflicht und suchten nach neuen Möglichkeiten, um das Erlernte in praktischer Arbeit umzusetzen und die ersten Caritas-Werkstätten wurden gebaut. Begriffe wie Partizipation und Teilhabe wurden immer gelebt und sind heute Teil der viel zitierten Inklusion. So wird auch der Wandel der Wohn- und Beschäftigungsmöglichkeiten in der Chronik beschrieben. Die neue Chronik gliedert sich in einen allgemeinen, geschichtlichen Teil, mehrere Bereiche der einfachen Sprache, einer bebilderten Zeitleiste und mehreren ungekürzten Interviews mit Zeitzeugen. Herr Mäsker bedankt sich bei Herrn Eden ausdrücklich für die geleistete tolle Arbeit, in dem Wissen das die Erstellung einer Chronik unheimlich viel Recherchearbeit und Lauferei bedeutet. „Dieser Aufwand hat sich aber absolut gelohnt“, so Mäsker. Aber er dankt auf diesem Wege auch Allen, die durch ihre Beiträge in Wort und Schrift zur Erstellung dieser gelungenen Chronik beigetragen haben.

Die neue  Chronik ist erstmals am 25. August um 19.30 Uhr beim Benefizkonzert vom Luftwaffenmusikkorps Münster im Forum „Alte Werft“ für 7,50 Euro (Menschen mit Behinderungen 5 Euro) erhältlich. Danach kann man die Chronik am 1. September nach dem Festhochamt. vor der St.-Antonius-Kirche erwerben und  am 3. September beim Fest der bunten Vielfalt, sowie anschließend im St.-Lukas-Heim Papenburg Gasthauskanal 9 (Zentrale) sowie in den Caritas-Werkstätten Papenburg, Dörpen und Börger