Aktuelles/September 2016

Osnabrück

Bäcker und Caritas helfen Flüchtlingen

Rund 3.000 Besucher folgten der Einladung der Caritas und feierten am vergangenen Samstag auf dem Osnabrücker Domplatz das Rosen-Brot-Event. Anlässe zum Feiern gab es gleich mehrere: Der Caritasverband für die Diözese Osnabrück wird in diesem Jahr 100 Jahre alt, die Bäckerinnungen zu Osnabrück, Lingen, Meppen und Nordhorn stellten ihr nur Rosen-Brot vor und der Sonnenschein-Preis für Ehrenamtliche wurde zum zehnten Mal verliehen.

Ein buntes Bühnenprogramm, moderiert von Ludger Abeln, und viele Infostände begeisterten die Besucher bei hochsommerlichen Wetter.

Der Osnabrücker Bürgermeister Burkhard Jasper bedankte sich bei der Caritas und den ehrenamtlichen und unterstrich, dass der Staat nicht alles leisten können. Die Caritas sei da ein wichtiger Partner, zum Beispiel was die Begleitung von Flüchtlingen angehe.  

Panorama3.000 Besucher pro feierten bei sommerlichen Temperaturen mit der Caritas das Rosen-Brot-Event auf dem Osnabrücker Domplatz. Foto: Caritas / Uwe Lewandowski

Nach der Eröffnung folgte ein Highlight dem anderen. Besondere Beachtung fand die Aktion von ca. 50 Bäckern aus der Region Osnabrück, der Grafschaft Bentheim und dem Emsland, die dem Caritasverband ein besonderes Geburtstagsgeschenk machten und seit Samstag das "Rosen-Brot" verkaufen- ein speziell entwickeltes Chia-Dreikorn-Brot. Der besondere Clou am Rosen-Brot: 0,50 € von jedem verkauften Brotlaib gehen an die Flüchtlingshilfe der Caritas.

Landesinnungsmeister Karl-Heinz Wohlgemuth zeigte sich begeistert von der gemeinsamen Aktion: "das ist eine tolle Sache, was ihr machen!" Der Lingener Obermeister Heinrich von Lengerich schilderte, wie das Brot entstand: "die Caritas war bei uns in der Runde der Obermeister und hatte eine gute Idee. Alle Meister haben dann zusammen überlegt und ein besonderes Brot kreiert." Auch der Osnabrücker Obermeister Rainer Welp steht voll hinter der Aktion: "es war überhaupt kein Problem, Bäcker zu finden, die mitmachen." Welp und seine Kollegen haben häufig mit Flüchtlingen zu tun: "Sie kommen als Kunden zu uns oder als Praktikanten. Probleme habe ich noch nie gehabt. Deshalb kann ich deutlich sagen: die meisten Vorurteile sind einfach falsch!"

StayDie Begeisterung von Stay Phazzed, der amtierenden Deutschen Meister im Para HipHop, griff unmittelbar auf das Publikum über.Foto: Caritas / Uwe Lewandowski

Die Besucher ließen sich nicht lange bitten: innerhalb kurzer Zeit waren 500 Rosen-Brote verkauft. Für den Nachschub ist gesorgt, denn die beteiligten Bäcker backen in den nächsten vier Wochen weiter für die Caritas.

Caritasdirektor Franz Loth dankte den Bäckern für ihren Einsatz: "diese tolle Aktion macht deutlich, dass unsere Arbeit nicht möglich wäre ohne Unterstützer. Dies gilt für die Rosen-Brote genauso wie für das großartige Engagement aller Haupt-und ehrenamtlichen." Angesichts mancher kritischen und hetzerischer Stimmen unterstrich Loth angesichts der Geflüchteten in unserer Region, dass die Menschheitsgeschichte eine Geschichte der Flucht sei. "Der Wohlstand auch unserer Region hängt wesentlich ab von Menschen die von außen zu uns gekommen sind, und das schon seit sehr langer Zeit! Es ist gut, dass wir sie willkommen heißen und ihnen helfen."

Für viele Ehrenamtliche war die Verleihung des diesjährigen Sonnenschein-Preises das absolute Highlight. 30 Initiativen, die von ca. 350 aktiven getragen werden, waren in diesem Jahr für den Preis vorgeschlagen worden, der zum zehnten Mal von der Die Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück vergeben wurde. Anlässlich dieses runden Jubiläums erhöhte die Stiftung das Preisgeld von 10.000 auf 20.000 €. Auch die Vergabe war in diesem Jahr außergewöhnlich: alle vorgeschlagenen Initiativen erhielten einen Preis: einen Präsentkorb oder einen Scheck in Höhe von 500 oder 1000 €.

AdamDer achtjährige Adam schilderte seine Flucht und berührte damit hunderte Zuhörer. Foto: Caritas / Matthias Stockkamp

Besonders eindrücklich machte der achtjährige Adam deutlich, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement für geflüchtete ist. Der junge Syrer, der von Gudrun Henrici aus Bersenbrück  betreut wird, verlas einen Brief, in dem er seinen Weg nach Deutschland schilderte. Auf dem Domplatz wurde es Stille, viele der Zuhörer waren von der Geschichte zu Tränen gerührt. Adams größter Wunsch: dass auch sein Vater, der die kranke Oma in der Nähe von Damaskus nicht alleine lassen will, bald nach Deutschland kommen kann.

Viele weitere Highlights auf dem Osnabrücker Domplatz

Vormittags heizte die Meppener Band Vollkaracho  kräftig ein, anschließend präsentierte Tanzweltmeister Michael Hull  Stay Phazzed, die amtierenden Deutschen Meister im Para Hip Hop. Die jungen Leute enthalten die Bühne, mit und ohne Rollstühle und animierten die Besucher, gleich mit zu tanzen.

UniCorn, die BigBand der Ursula-Schule Osnabrück, beeindruckte mit mitreißender Musik und gab der Verleihung des Sonnenschein-Preises eine frische Atmosphäre.

Den Abschluss des Tages markierten zwei Bands: die Osnabrücker Kult-Band Ombre di Luci brachte italienische Stimmung auf den sommerlichen Domplatz; anschließend rapte Bravour mit frechem Hip Hop und kompaktem Bläsersatz die Bühne.