Aktuelles/September 2017

Lingen

Zuhören, nachfragen, Mut zusprechen, begleiten

U25Acht von neun neuen Peer-Beratern für das Projekt [U25] im Emsland: (v. l.) Lea, Henrike, Julia, Sarah, Johannes, Carolin, Denise und Sara. Foto: Caritas Emsland

Neun junge Emsländerinnen und Emsländer haben die Ausbildung zum Peer-Berater im Projekt [U25] des Caritasverbandes für den Landkreis Emsland erfolgreich abgeschlossen. Die 19- bis 24-Jährigen werden künftig suizidgefährdete Kinder und Jugendliche ehrenamtlich im Rahmen der anonymen Online-Beratung per E-Mail begleiten. [U25]-Projektleiterin Katrin Warstat von der Caritas in Lingen freut sich: "Die Peer-Beraterinnen und -Berater haben super mitgemacht und sind sehr motiviert. Es ist ein gutes Gefühl, mit diesem Team in das Projekt [U25] zu starten."

Seit Anfang des Jahres ist die Caritas im Emsland einer von zehn Standorten in Deutschland, an denen der Deutsche Caritasverband das Projekt "[U25] Online-Suizidprävention" anbietet. Die neun jungen Ehrenamtlichen haben sich an zehn Terminen in den vergangenen fünf Monaten gemeinsam auf ihre künftige Aufgabe vorbereitet. Unter ihnen sind Studierende der Psychologie oder Medizin, aber auch Auszubildende und FSJler. 

Hemmschwellen abgebaut

Peers im ÜberblickDie Peer-Berater aus dem [U25]-Projekt im Überblick

Vermittelt wurden zum Beispiel Fachwissen über Suizidalität, Krisen und psychische Störungen sowie Kompetenzen in der E-Mail-Beratung. "Diese Themen waren spannend und interessant, aber zugleich auch durchaus anstrengend für die Freiwilligen", betont Katrin Warstat. "Wir haben auf diese Weise Hemmschwellen im Umgang mit suizidalen Gedanken und psychischen Störungen abgebaut."
Für Übungszwecke wurden u.a. alte E-Mails von Betroffenen herangezogen, auf die die Teilnehmenden dann mögliche Antworten formulierten. In der Gruppe besprachen sie die Vorschläge.  "Dass die Beraterinnen und Berater ebenso alt sind wie die Klienten, also aus der gleichen Peer-Group kommen, ermöglicht eine besondere Nähe im anonymen Kontakt", erläutert Katrin Warstat das Konzept des [U25]-Projektes. 

Zuhören und nachfragen

Nun wurden bereits die ersten E-Mails von Klienten unter den frisch ausgebildeten Peer-Beratern verteilt. Die Anfragen kommen aus ganz Deutschland und sind nicht regional zugeordnet. Im Rahmen der anonymen Online-Beratung hören die Ehrenamtlichen zu, fragen nach und helfen dabei, in schwierigen Lebenssituationen Lösungen zu finden. Bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe sind die jungen Menschen nicht alleine: Sie haben das Team und Projektleiterin Katrin Warstat im Rücken. Alle zwei Wochen treffen sie sich zur Supervision. Die Caritas-Mitarbeiterin betont: "Das ist gerade jetzt in der Anfangszeit wichtig, aber natürlich auch später, wenn alle etwas geübter sind."
Die einen sind fertig, die anderen starten: Inzwischen hat bereits eine neue Gruppe die Ausbildung zu Peer-Beratern begonnen. Sie besteht aus zwölf Schülerinnen und Schüler der St. Franziskus Fachschule für soziale Berufe in Lingen. Dafür kooperieren die Caritas und die Schule miteinander.

Weitere Informationen und Hintergründe zum Projekt [U25] gibt es unter www.u25-emsland.de.