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"Osnabrück tafelt - gegen Armut und soziale Ausgrenzung"
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eine Veranstaltung des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück e.V.
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Die lange Tafel am Dom. Foto: Caritas
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Osnabrück. Alle Bürger - unabhängig von Einkommen, Vermögen oder sozialem Status - haben am Wochenende gemeinsam getafelt. Mit der
Aktion zum "Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung" will der Verband das öffentliche Bewusstsein für Armut,
Ausgrenzung und deren Ursachen schärfen und forderte konkrete Lösungen von der Politik.
Nach Angaben des statistischen Landesamtes gelten mehr als 14 Prozent der Niedersachsen als armutsgefährdet. Die Armutsquote
für Kinder liegt bei 15,4 Prozent, in einigen Teilen der Stadt Osnabrück sogar bei mehr als 21 Prozent. Die Zahl der Schuldnerberatungen
des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück hat sich in den letzten drei Jahren quasi verdoppelt. Ebenso stiegen die Allgemeinen
Sozialen Beratungen jährlich zwischen zehn und 20 Prozent. Gerade jetzt zum Schuljahreswechsel melden sich viele Familien,
die den Schulbedarf nicht finanzieren können.
Anstatt die Haushaltskürzungen auf dem Rücken dieser Menschen auszutragen, forderte der Caritasverband daher von Politikern
Ziele wie die Beseitigung von Kinderarmut, Mindeststandards der sozialen Sicherung und die Sicherung von Arbeitsplätzen. Das
heißt konkret: Die Hartz IV-Regelsätze müssen entsprechend der Inflation angepasst werden, die der Kinder sich am tatsächlichen
Bedarf orientieren. Darüber hinaus fordert der Verband Zugang zu Wohnraum, schnelle Lösungen in der Gesundheitsversorgung
von unverschuldet in Schulden geratenen Menschen und den Zugang aller zu einem Girokonto.
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Caritasdirektor Franz Loth im NDR-Interview. Foto: Caritas
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"Wir haben eine wachsende Spaltung und Radikalisierung in unserer Gesellschaft", kritisierte der Vorsitzende des Caritasrates
im Bistum Osnabrück, Diakon Gerrit Schulte. Er forderte in den Hartz-IV- und Verteilungsdebatten eine Rückbesinnung auf das
Grundgesetz. Die derzeitige Politik lasse sich viel zu sehr von Vorurteilen und Ressentiments gegenüber Schwachen leiten,
während sie mit den mächtigen Bossen der Atomindustrie sogar über deren Steuersätze verhandele. &bdquoGrundrechte lassen sich
nicht durch Barmherzigkeit, bürgerschaftliches Engagement oder durch Chipkarten verwirklichen&ldquo, so Schulte wörtlich.
&bdquoDie Würde des Menschen &ndash und über nichts anderes reden wir wenn es um Teilhabe und Bildung geht &ndash kann es
nicht auf Gutschein geben.&ldquo Die zunehmende Verweigerung des Staates, seinen sozialstaatlichen Verpflichtungen nachzukommen,
sei ein politischer Skandal.
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Schulte nahm bei seiner Kritik die Kirchen nicht aus. Das Ziel einer gerechten Teilhabe sei auch für die Pfarrgemeinden eine
große Herausforderung. &bdquoWenn wir die Tischgemeinschaft Jesu mit den Armen und Ausgegrenzten ernst nehmen, dann gehören
sie auch hier in Osnabrück nicht nur in die Wärmestube oder die Tageswohnung, sondern in den Kirchenchor und den Kirchenvorstand.&ldquo
Menschenverachtend und rücksichtslos sei darüber hinaus die Behandlung der Flüchtlinge in Europa. Er forderte auch die Landesregierung
auf, endlich humanitäre Wege einzuschlagen, um den langjährig hier lebenden Menschen und ihren oft hier geborenen Kindern
Aufenthaltssicherheit und Zukunft zu geben.
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Über eine Petition gegen Armut sammelt der Deutsche Caritasverband Unterschriften, um diesen Forderungen Ausdruck zu verleihen.
Die Petition kann im Internet unter www.zeropoverty.de unterstützt werden.
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Download |
| Flyer "Osnabrück tafelt" (pdf-Dokument, 346kb) |
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Download |
| Rede Diakon Dr. Gerrit Schulte (PDF-Dokument, 30kb) |
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Kontakt:
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Christian Jäger Zentrale Beratungsstelle Niedersachsen Sozialplanung - Fachberatung - Koordination der Hilfen für Menschen in Wohnungsnot Regionalvertretung Osnabrück - Referent für Armutsfragen - Referent für Statistik und Dokumentation Tel-Nr. +49 541 34978-255 E-Mail: cjaeger@caritas-os.de
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