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Diözesan-Caritasverband Osnabrück
Dienstag, 13. Juli 2010
  Presse-Information
 
Was kommt nach dem Zivildienst?
 
Caritas warnt vor zu schnellem Ende und empfiehlt Ausbau von Freiwilligendiensten

Bistum Osnabrück, 13. Juli 2010. Kurz nach der beschlossenen Verkürzung des Wehr- und Zivildienstes diskutiert der Bund erneut : Diesmal über die komplette Aussetzung. Der Caritasverband für die Diözese Osnabrück warnt jedoch vor zu schnellem Handeln: „Sollte es zu einem Ende des Zivildienstes kommen, brauchen wir verlässliche Zeiträume für die Abwicklung sowie für die Weiterentwicklung von Freiwilligendiensten“, sagt Caritasdirektor Franz Loth. „Ohne einen dafür notwendigen finanziellen Rahmen stehen Einrichtungen vor großen Problemen.“

Sollte die Wehrpflicht und somit auch der Zivildienst ausgesetzt werden, entstehen in den Einrichtungen Lücken: Zivildienstleistende begleiten und unterstützen Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen, leisten Hol- und Bringedienste und helfen bei der pädagogischen Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe. „Viele dieser zusätzlichen Dienste könnten dann nicht mehr angeboten werden“, sagt Petra Goth von der Verwaltungsstelle Zivildienst im Bistum Osnabrück. Die Kosten für die Versorgung hilfe- und pflegebedürftiger Menschen würden steigen, da Angebote wie „Essen auf Rädern“ oder zusätzliche Betreuungsleistungen, die bislang überwiegend von Zivildienstleistenden übernommen werden, wegfielen. „Der Zivildienst ist zudem für viele junge Menschen soziales Lernfeld und eine wichtige Orientierungsphase ihres Lebens“, sagt Goth.

Eine Alternative sieht der Caritasverband in der Ausweitung der Freiwilligendienste. „Um diese jedoch entsprechend weiterzuentwickeln, brauchen Verbände und Kirchen Zeit und Geld.“ Eine mögliche Aussetzung der Wehrpflicht dürfe nicht vor Januar 2012 in Kraft treten. „Außerdem müssen freiwerdende Mittel aus dem Zivildienst für die Weiterentwicklung der Freiwilligendienste bereitgestellt werden“, so Loth. Wichtig sei auch, dass gesetzliche Grundlagen für Freiwilligendienste geschaffen werden.

Die Verwaltungsstellen wollen sich konstruktiv an der Weiterentwicklung der Freiwilligendienste beteiligen: „Das kann allerdings nur gelingen, wenn möglichst umgehend klare Aussagen getroffen werden“, unterstreicht auch Petra Goth. „Ein Hinhalten, wie es zuletzt bei der Dienstzeitverkürzung der Fall war, ist nicht haltbar.“

Bis heute sind Einrichtungen verunsichert, da Ihnen noch immer verlässliche Informationen zur Dienstzeitverkürzung fehlen. Sie können den Einsatz von Zivildienstleistenden ab Januar 2011 nicht mehr planen, da die Verkürzung die Organisation und Sicherstellung sozialer Leistungen erschwert. „Das ist ein unhaltbarer Zustand“, sagt Goth.

 

Ihre Ansprechpartnerinnen für weitere Informationen :

Petra Goth, Verwaltungsstelle Zivildienst, Tel.: 0541/318-246, E-Mail: pgoth@caritas-os.de

Kristina Löpker, Pressesprecherin Caritasverband für die Diözese Osnabrück,  Tel.: 0541/34978-151, E-Mail: kloepker@caritas-os.de

 


 
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